| "Jetzt ist die Messe perfekt", gab sich Messe-Kurator und Projektleiter Ewald Karl Schrade begeistert vom Verlauf der sechsten art KARLSRUHE. 40 200 Besucher, über fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr, wurden 2009 gezählt. "Es hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass behutsames Wachstum und kontinuierlicher Feinschliff an der Qualität und dem Service sich auszahlen", erläuterte Schrade. Aussteller und Besucher waren gleichermaßen beeindruckt von der "schönsten und größten Galerie in Süddeutschland". Dass sich dies in den Umsätzen der Kunsthändler spiegelte, ist ein weiteres positives Resultat. Viele Verkäufer winkten beim Erwähnen des aktuellen Reizwortes "Krise" schlicht ab. Schon die Vernissage setzte Zeichen. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sorgte mit der Bekanntgabe, die Ankaufskommission des Bundes werde vom nächsten Jahr an Karlsruhe ansteuern, für einen Paukenschlag. Damit liegt die Messe auf einer Reiseroute mit Basel, Berlin, Köln und London."
Im Programm der Messe lockten neben der Sonderausstellung mit konzeptueller Fotografie der Becher-Schule aus der Sammlung des Berliner Architekten Arthur de Ganay auch die Diskussionen zwischen dem Moderator Karlheinz Schmid und prominenten Gästen wie Marion Ackermann, Gregor Schneider, Peter Weibel oder Christina Weiss im Rahmen des ARTIMA art meetings viele Besucher an.
Der Hamburger Maler Friedrich Einhoff ist Preisträger des 2. Hans-Platschek-Preises für Kunst und Schrift. Die Galerie Michael Sturm, Stuttgart, mit ihrem Künstler Thomas Müller, erhielt den 2. art KARLSRUHE-Preis des Landes Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe.
Der Galerie, so das Urteil der Jury, war die beste One-Artist-Show der Messe gelungen. Mit den 15 000 Euro Preisgeld werden Zeichnungen des Künstlers Thomas Müller zur Erweiterung der art KARLSRUHE-Collection angekauft. Die art KARLSRUHE ist nach wie vor ein Magnet für alle Kunstfans. "Hier kann man junge Arbeiten sowie frische, unverbrauchte Künstler entdecken", berichtete Helmut Kaumanns. Mit seiner Frau reiste er aus dem rheinischen Neuss an und hoffte auf Begegnungen mit Werken, die ihn "unruhig machen". Der Polke-Fan durchstreifte systematisch die Hallen und recherchierte.
Kaufabsicht? "Unbedingt. Da wird es sicher zu einem Folgegeschäft kommen." Bei den Stuttgartern Schilling Contemporary entdeckte Kaumanns eine Arbeit von Jörg Kutschke, auch interessierte ihn Ryo Kato, den Carsta Zellermayer, Berlin, im Programm hatte. Gerade die Stärkung der Gegenwartskunst in diesem Jahr empfand er als Bereicherung.
"In Karlsruhe treffen wir auch andere Sammler und tauschen uns aus", zählte Kaumanns einen weiteren Vorteil der Messe auf.Ein Reutlinger Sammler bekannte klipp und klar: "Diese Messe ist mir lieber als Konkurrenzveranstaltungen, weil sie den Bedürfnissen des Sammlers mehr entspricht“. So wundert es nicht, dass neben Frieder Burda und dem Vorstandvorsitzenden der Porsche AG, Wendelin Wiedeking, auch der Kunstsammler Rüdiger Hurrle sowie der langjährige Moderator der ZDFKultursendung "Aspekte", Manfred Eichel, vor Ort waren. Größen aus der Museumslandschaft wie der Frankfurter Städel-Direktor Max Hollein und Stuttgarts Staatsgalerie-Direktor Sean Rainbird statteten der Messe ebenfalls einen Besuch ab. Klaus Schrenk, ehemals Leiter der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, seit kurzem Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, blieb dem Standort treu und reiste aus München an.
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