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René Kanzler bei Artlantis im kunstportal-bw

http://www.galerie-artlantis.eu/

Artlantis im Kunstportal -bw

18.03. (verlängert) bis 24.06.2017
René Kanzler: | "The Production of Imagic Space B3B9"

Prof. Manfred Schmalriede zu den Arbeiten von René Kanzler

"6x6 – Index einer Imaginären Fotografie" betitelt René Kanzler sein Buch. Ein Diskurs, der gewohnte Formen der Fotografie zur Disposition stellt.
Ist das Faktum – das Gemachte – nicht das Imaginäre? Doch was hieße dies für die Fotografie?

Um die Fotografie auszuloten, verändert Kanzler den Standpunkt seiner Betrachtung. Seine Überlegungen hierzu beginnen bei den gedruckten Bildern, die als reproduzierte Fotografien, Grundlage ihrer Vervielfältigung und Verbreitung sind. Schon diese Verschiebung im Gebrauch verändert die Bedingungen, denn aus gedruckten Fotografien werden Grafiken. Damit rückt die „Fotografie“ in die Nähe von in Büchern publizierten Werken der bildenden Kunst, die fotografisch reproduziert einen ebensolchen Status einnehmen.

Artlantis im Kunstportal Baden-Württemberg

Arbeiten der Werkgruppe "Illuminating" | Canvas Fine Art Print (130 x 180 cm) Lichtechte Pigmenttinten, UV-schutzlackiert, Limited Edition: 3, verso signiert und nummeriert; jeweils 7.800 €

Ein zweiter Kontext ergibt sich aus der Geschichte der Fotografie. Mit wenigen Stichworten werde ich Bedingungen der Fotografie beschreiben, die nicht so sehr in eigenen Experimenten erfahren werden, sondern als technische und kulturelle Vorgaben zum Bestand unserer fotografischen Bildkonzepte gehören. Am Anfang der Fotografie steht die Camera obscura, ein dunkler Raum, in den Licht nur durch ein kleines Loch in einer der Wände fällt. Hat das Auge sich an die Dunkelheit gewöhnt, sehen wir auf der dem Loch gegenüber liegenden Wand ein rundes Bild auf dem Kopf stehend und Seiten verkehrt. Wir nehmen genau das wahr, was sich außerhalb des Raumes vor dem Loch abspielt. Raum, Licht, dann – vielleicht noch eine einfache optische Linse in das Loch gesetzt - und eine Projektionsfläche reichen aus, um auf ein Bild einer Szene schauen zu können, die man außerhalb der Kammer auch im Original erleben konnte. Hier liegen die Gründe, „Fotografie“ als faktisch zu erleben, da die projizierten Bilder unmittelbar zum Faktischen in Beziehung standen. Warum die Bilder dennoch Wissenschaftler und Künstler im Holland des 17. Jahrhundert so faszinierten, lässt sich nicht ohne weiteres erklären. Jan Vermeer van Delft hat statt eines Raumes wahrscheinlich einen kleinen Kasten benutzt, der als Projektionsfläche eine transparente Rückwand hatte, so dass über Unschärfen zu den Rändern des Bildes hin die Farben sich von den Gegenständen zu lösen schienen und die er in seinen Bildern auffällig mit kleinen Farbpartikeln auf die Leinwand gesetzt hat. Der Pointillismus von Georges Seurat am Ende des 19. Jahrhunderts kündigt sich an. Die von ihm betriebene wissenschaftliche Zerlegung der Farben und ihre sichtbare Zusammensetzung hat eine Trennung der Bildebenen zur Folge. Denn die Partikel bleiben präsent auch dann, wenn wir sie zu Figurationen zusammenfassen. Die Pixel waren geboren und sie waren und sind bedeutungslose Einzelphänomene (einzelne Punkte), die erst in Beziehung mit anderen Phänomenen (Punkten) über sich hinausweisende Bedeutung möglich machen. Die Digitalisierung des Lichtes führt zu codierten Daten, die ebenfalls zu einer Neutralisierung führen und die Möglichkeit bieten, sie in verschiedene Erscheinungsformen zu verwandeln. René Kanzler entwickelt in Analogie zu dieser Kodierung seine oben erwähnte Analyse, dass gedruckte Fotografien Grafiken sind. Gleich, ob am Monitor der Digitalkamera bei der Herstellung oder am Computermonitor nach der Herstellung, ausgedruckt mit dem heimischen Tintenstrahldrucker oder in Druckereien bei der Herstellung von Plakaten, Zeitschriften usw. sind Bilder gerastert, also auch fotografische – prinzipiell nicht anders bei Emulsionen von Dias, Negativen oder auch Fotoabzügen – so dass mit der Lupe betrachtet, sie aus kleinen Punkten zusammen gesetzt erscheinen, die wir im Anschluss an den Pointillismus und den gepixelten Bildern auf dem Monitor eines Computers als offene Ebene in einem Bild beschreiben können. Diese Ebene existiert nur als Bild im Bild.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts rücken neue Aspekte des Bildermachens in den Blickpunkt. Die fotografischen Apparate wurden kleiner und leichter, Verschlüsse wurden schneller und die Filme lichtempfindlicher. Erste Schnappschüsse waren möglich. Doch damit auch erste Probleme, die Bilder sinnvoll zu interpretieren, da viele Bilder – schnell fotografiert – unübersichtlich und daher sinnlos schienen. Jetzt entdeckte man, wie wichtig es ist, Bilder zu gestalten, um sie entweder mit tradierten Bildwelten der Zeichnung und Malerei oder mit den Erfahrungen des alltäglichen Lebens Einklang zu bringen. Die Beschleunigung rief den Wunsch nach „Entschleunigung“ hervor. In der „Kunstphotographie“ wurde der Prozess der Gestaltung durch technisch und gestalterisch aufwendige Druckverfahren verlangsamt.

Um den Status Kunst auch für die Fotografie zu erreichen, wurden die Fotografien in Grafiken und Malereien verwandelt, um auf ästhetischer Ebene mit den Vorbildern konkurrieren zu können.
Fazit: Es tauchen in den Bildern medial bedingte Ebenen auf, die eigene Texturen, Muster oder Ornamente produzieren. Da wir davon ausgehen können, dass auch das Dargestellte „gestaltet“ wurde, bzw. als Gestalt oder Figuration dentifizierbar war – das Faktum ist das Gemachte – treffen hier mindestens zwei interferierende Ebenen aufeinander, die wir getrennt wahrnehmen, obwohl sie sich gegenseitig bedingen.

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