| Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart Text von Johann Gottlieb Stephanie d.J., nach dem Libretto von Christoph Friedrich Bretzner zu der Operette "Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail" (Berlin 1781) von Johann André

Singt dem großen Bassa Lieder ": Jeder Opernfreund kennt den Marsch und Chor der Janitscharen aus dem 1. Akt der „Entführung aus dem Serail" und ist immer wieder aufs Neue fasziniert von der exotisch erscheinenden Klangwirkung. Mozart hat sie freilich nicht erfunden: Türkisches Lokalkolorit und deutsche Musik waren im 18. Jahrhundert eine häufig anzutreffende Verbindung, die sogenannten "Türkenopern" (die oftmals auch in anderen Ländern des Orients spielten) waren eine Zeitlang eine regelrechte Modeerscheinung. Und innerhalb dieses Genres erfreuten sich die Entführungs-Opern ganz besonderer Beliebtheit. Die Grundkonstellation der Handlung war immer die gleiche: Eine Frau wird von der Seite ihres Geliebten gerissen, gerät in die Hände eines orientalischen Herrschers, der sie zu seiner Favoritin erwählt, begegnet durch wundersame Schicksalsverkettungen ihrem Geliebten wieder, eine gemeinsame Flucht wird vereitelt, doch nach Androhung fürchterlichster Strafen lenkt der Herrscher ein und führt in edelmütigem Verzicht die Liebenden wieder zusammen.Wesentlich stärker als in den vorausgegangenen Entführungs-Opern, die Bretznersche Version eingeschlossen, wird in Mozarts Oper (Uraufführung 1782) aber die aufklärerische Idee vom vermeintlichen Barbaren als dem Künder wahrer Humanität herausgearbeitet.
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