| Kaum jemand weiß, dass James Joyce, dem wir den unsterblichen „Ulysses" verdanken, auch ein Schauspiel geschrieben hat. Und so erscheint das 1914/15 geschriebene und 1919 in München in deutscher Sprache uraufgeführte Werk so gut wie nie auf deutschen Spielplänen und ist als echte Ausgrabung zu betrachten.

Der 1882 in Dublin geborene James Joyce verbrachte den größten Teil seines Lebens fern von seiner irischen Heimat in freiwilliger "Verbannung". Der rebellierende Künstler, der emigriert, um Freiheit und persönliche Entfaltunsmöglichkeiten in der Fremde zu suchen, ist immer wiederkehrendes Motiv seiner Werke. Die Themen von "Exiles" sind aufs engste mit dem Joyceschen Gesamtwerk verknüpft: Freundschaft und Verbannung, Versuchung und Ehebruch, Getriebenheit und Schwäche, Aufbruch und Scheitern.
Der irische Schriftsteller Richard Rowan, der neun Jahre im selbstgewählten Exil in Rom verbracht hat, kehrt mit seiner Lebensgefährtin Bertha nach Dublin zurück. Sein Freund, der einflussreiche Journalist Robert Hand, versucht, ihm eine Dozentur an der Universität zu verschaffen. Er beabsichtigt, in einer Dubliner Zeitung einen Leitartikel zu veröffentlichen, in dem er sich für Richard einsetzt, zugleich aber dessen Abkehr von Irland entschuldigen will. Richard lehnt diese Bemühungen als kompromisslerische Anbiederung ab, da er sie als Verleugnung seiner politischen und sozialen Überzeugungen auffasst
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