| was erlebt ein kind im krieg, ohne ihn wirklich zu verstehen? darüber erzählt roberto innocenti. eine zutiefst zu herzen gehende und beunruhigende geschichte, und dies in bildern, die – realistisch genug – nicht nur geschichte (ja, nazi-deutschlands) lebendig machen, sondern ob ihrer eindringlichkeit tiefer zu dringen vermögen als bloße erfahrungsberichte. sichtbar, zunächst und überall: die fahnen, die symbole der macht, die symbole der allgegenwärtigen augen, die mich beobachten.

rosa erlebt in zarten bildern das schreckliche: sie geht gerne am fluss spazieren, beobachtet, was dahertreibt, und sieht auch zerbrochenes kinderspielzeug … sie sieht, wie ein junge aus einem lastwagen fliehen will, der bürgermeister mit armbinde stellt sich ihm in den weg … ab, zurück in den lastwagen, und der braust davon … rosa hinterher, in den wald, bis zu einem stacheldraht-zaun, und weit hinten sieht sie holzbaracken und lauter kinder in gestreiften anzügen. hungrige kinder. rosa bringt ihre brote, während die leute sich immer misstrauischer betrachten und nur noch der bürgermeister dick und fett bleibt und seine großen reden schwingt. dann: flucht. alle packen zusammen, was sie mitschleppen können. der bürgermeister hat es besonders eilig. rosa will wieder essen bringen, aber die hütten im wald sind verschwunden, es sind keine kinder mehr dort. andere soldaten. und die mutter wartet lange auf sie, vergeblich.
ein trauriges buch, ein buch, das lange nachdenken lässt, über jeden krieg. wertvoll.
roberto innocenti: rosa weiss. geb., 32 s., sauerländer verlag, Düsseldorf 2006, 15,90 euro.
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