| er ist einer der großen autoren algeriens, studierter ingenieur und ökonom, bis zu seiner entlassung im jahr 2003 direktor des algerischen industrieministeriums. 1999 legte er im alter von 50 jahren seinen ersten roman vor, auf französisch. Die französische literaturszene war begeistert: sofort galt er wegen seines spielerischen umgangs mit der französischen sprache als spracherneuerer von beeindruckender „sprachwucht“ (faz), er erhielt die wichtigsten französischen literaturpreise.

die themen sansals entstammen seiner heimat. bei „erzähl mir vom paradies“ (2003 in paris, 2004 in gifkendorf in deutscher übersetzung erschienen) wird algerien neu erfunden, eine utopie, formuliert im alkoholischen rausch eines schriftstellers, eines widerstandskämpfers und anderer, zwischen traum, märchen und elendigem alltag. eine bestandsaufnahme des heutigen alptraums algerien, in geschichten gepackt, die das alltägliche in einer aller verspieltheit entschnörkelten sprache herausschält.
schon in „das verrückte kind aus dem hohlen baum“ (2000, 2002) wendet sansal die methode des dialogs zwischen underdogs zur darstellung der absurden situation im land an: zwei zum tod verurteilte teilen sich eine zelle und unterhalten sich über das leben im land. die absurdität wird zur spitze getrieben, als eine menschenrechtskommission ihren besuch ankündigt. aber sansal ist beileibe nicht der an den zuständen in seinem land verzweifelnde autor: er schreibt heiter und anklagend zugleich, poetisch und entwaffnend direkt, immer von zuversicht auf die bessere zukunft getragen.
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