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Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

"Tanz auf den Klippen" von Sólrún Michelsen

Es ist ein verstörendes Buch, das uns da von den abgelegenen Färöer-Inseln erreicht. In manchem so, wie man sich diese nördliche Inselwelt vorstellt: archaisch, surreal in den überaus sinnlich vorgestellten Wahrnehmungen, was sich in den Protagonisten spiegelt, kräftig gezeichnete Charaktere, rätselhaft vieles, so auch der Aufbau dieses Romans, aber doch immer als Leser an der langen Hand genommen und durch die Geschichte begleitet.

Kulturtipps von Uli Rothfuss im kunstportal-bw

Es geht um zwei Mädchen und ihre verstörende Beziehung zu einander, zwei Mädchen aus zwei völlig unterschiedlichen Familien, eine davon die Außenseiterin, die sich im späteren Leben dafür rächt. Die andere ein Leben lang Beobachterin, ihr werden die Beschreibungen in den Mund gelegt. Dabei werden für große Gefühle Worte gefunden, wird der Schmerz des Allein-, des Andersseins in Worte gefasst, mehrdeutig oft, man denke nur daran, wie die „Außenseiterin“ als herangewachsene Schönheit mit den Männern spielt, ihnen das gibt, was sie zeitlebens erlebt: in entscheidenden Momenten einfach fallen gelassen zu werden, ohne ersichtlichen Grund, ohne Begründung.

Manchmal denkt man, der kalte Nordwind wehe herein in die Geschichte, rau und mit feinen Regentropfen wie Nadelstichen durchsetzt. So die Sprache, so die fortgetriebene Geschichte. Die Autorin versteht es, den Leser hineinzusetzen in diese Welt voller Fremdheit und doch immer wieder Bekanntes aufscheinen zu lassen, an das sich der Halt Suchende klammern kann.

Man lernt auch einiges über die Welt der Färöer-Inseln, über das abgeschiedene, das oft den Menschen auf sich reduzierende Leben am Meer, weitab der großen Zentren der Welt. Man lernt, dass auch dort gelebt, gefühlt wird, wenn auch anders, abgewandter, nach innen gekehrter, ein Großteil des Buches, denkt man als Leser, ist nach Innen gerichtet, fast wie in einem nach innen gerichteten Dialog, selbst wenn die Figuren im Roman miteinander sprechen wirkt es, als sprächen sie in erster Linie mit sich selbst. (Interessanter, poetologischer Gedanke: vielleicht ist es überhaupt so, dass wir, wenn wir mit anderen dennoch in erster Linie mit uns selbst sprechen, dass unser Reden eine Projektion von Wünschen und Gedanken nach Innen darstellt). Die Autorin Sólrún Michelsen findet dafür immer eine angemessene, eine den Leser mitnehmende Sprache.

Eine sicherlich hervorragende Übersetzung von Inga Meincke, denn beim Lesen stellt sich genau die gesamte Palette an Befindlichkeiten ein, die diese Projektion des Nordens, des Grundsätzlichen aus der Landschaft des Nordens tief in uns hereinholt.

Sólrún Michelsen: Tanz auf den Klippen. Roman. Geb., 160 S., Unionsverlag, Zürich 2015, 19,95 €.

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