| Nicht jedes Haus, dem im Lauf seiner Geschichte die Gnade zuteil wurde, Künstler von Weltgeltung in seinen Mauern zu beherbergen, taugt gleich zur Dichtergedenkstätte. In Schloss Siebeneichen, das einst von Novalis mit seiner Anwesenheit beehrt wurde, wirkt heute die Sächsische Akademie für Lehrerfortbildung, und Schloss Maxen, welches der Hausherr Friedrich Anton Serre im 19. Jahrhundert prominenten Besuchern wie Bertel Thorvaldsen, Clara und Robert Schumann, Carl Gutzkow oder Hans Christian Andersen zwecks Ferienaufenthalt zur Verfügung stellte, beherbergt mittlerweile das Alten- und Pflegeheim St. Josef.

Doch andernsorts bemüht man sich rund um Dresden auch heute noch um die berühmten Gäste vergangener Zeiten. Graupa hat ein Richard-Wagner-Museum eingerichtet, um daran zu erinnern, dass der Maestro hier an seinem „Lohengrin“ arbeitete, Schloss Nöthnitz stellt Dokumente aus dem Leben und Werk seines einstigen Bibliothekars Johann Joachim Winckelmann aus, und Radebeul hat die „Villa Shatterhand“ zu einer echten Pilgerstätte für Karl May-Freunde aus aller Welt umgebaut. Norbert Weiß und Jens Wonneberger lassen den „Dresdner Dichterhäusern“ nun „Dichterhäuser um Dresden“ folgen und laden Leserinnen und Leser erneut zu einer informativen, äußerst kurzweiligen Reise in die Kunst- und Zeitgeschichte dieser Bilderbuchlandschaft ein. Wer nach der anregenden Lektüre Lust verspürt, die noch zu besichtigenden Dichterhäuser persönlich in Augenschein zu nehmen, erfährt durch den kleinen Serviceteil am Ende des Buches Kontaktadressen, Telefonnummern für eventuelle Führungen und Öffnungszeiten.
Norbert Weiß / Jens Wonneberger, Dichterhäuser um Dresden, be.bra Verlag, 9,95 €
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