| Es war einmal vor 15 Jahren: der amerikanische Schriftsteller Armistead Maupin veröffentlicht im "San Francisco Chronicle" über mehrere Jahre einen Fortsetzungsroman mit dem Titel "Tales of the City". Im Mittelpunkt der Geschichten aus San Francisco steht eine Hausgemeinschaft, der die ikonenhafte, alles vereinende Hausmutter Anna Madrigal vorsteht. Ihre Hausbewohner befinden sich sinnsuchend im Strudel der ereignisreichen, späten 70er Jahre, in denen sexuelle Befreiung der Verfolgung Homosexueller gegenübersteht, in denen Frauen nach Selbstbestimmung und Karriere streben, alle nach Liebe und dem Sinn des Lebens suchen und ihren Alltag mit der ein oder anderen Droge versüßen, von denen einige, höchstpersönlich von Anna Madrigal angebaut, im hauseigenen Garten wachsen.

Aus der Wohngemeinschaft Transsexueller, Homosexueller und Heterosexueller entwickelt sich immer mehr eine Familie, deren Beziehungen oft auf überraschende Art und Weise miteinander verwoben werden. Armistead Maupin entwirft facettenreiche Charaktere, die auf ihre Art alle Outsider sind und dabei weit entfernt von jedem Klischee. Heiter, zuweilen spannend und ungewöhnlich sind die Ereignisse, gespickt mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. In seinen Stadtgeschichten entwirft er ein Panorama der amerikanischen Gesellschaft zwischen Freiheit und Konservatismus, sexueller Befreiung, Suche und Wahrung von Werten und Grenzen.
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