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Wer Carestini nie gehört habe, wisse auch nicht, was „absolut vollkommener Gesang“ sei, urteilte der Komponist Johann Adolph Hasse. Viele Zeitgenossen sahen das ähnlich und begeisterten sich für den genialen Kastraten, gerade weil er es nicht nur auf artistische Kunststücke abgesehen hatte. Farinellis großer Konkurrent setzte stattdessen auf erlesene Stimmkultur und einen beseelten, möglichst eindringlichen Vortrag. Philippe Jaroussky findet in Carestinis Repertoire ideale Vorlagen für eine klingende Biographie von seltener Ausstrahlungskraft. Mit dem wundervollen Le Concert d´Astrée unter Emmanuelle Haïm zeichnet Jaroussky die Erfolge des großen Vorgängers nach – von Porporas „Siface“ über Händels „Ariodante“ und „Alcina“ bis zu Glucks „Demofoonte“ oder C.H. Grauns „Orfeo“. Als Anspieltipp sei die hinreißende Arie „Ciel nemico“ aus Giovanni Maria Capellis Oper „I fratelli riconosciuti“ empfohlen.
Carestini – The Story of a Castrato, Virgin Classics
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