| Mit ihrem frivolen Grinsen animiert „Lissy“ zum Kunstgenuss. Was dem Pariser Louvre die milde lächelnde „Mona Lisa“, das ist der Städtischen Galerie Karlsruhe ihre verwegen blickende Lebedame von Karl Hubbuch. Das bekannte Frauenbildnis, das zweifellos zu den Meisterwerken der Sammlung gehört, warb schon einmal beim Umzug des Museums ins ZKM-Gebäude für die Kunst im Lichthof 10. Nun wird „Lissys“ Konterfei — mutig beschnitten — abermals zur regionalen wie überregionalen Werbeikone: Sie lädt zum Besuch der Ausstellung „Die 20er Jahre in Karlsruhe“ in ihre Heimatstadt ein.

Bild oben: Karl Hubbuch: Lissy im Café, um 1930/32 Städtische Galerie Karlsruhe © Karl Hubbuch Stiftung
„Lissy“ und damit Karl Hubbuchs Malerei, Zeichnung und Grafik sind zweifellos beispielhaft für eine figurative Richtung der Kunst, für die der Mannheimer Kunsthallendirektor Gustav F. Hartlaub in seiner historisch bedeutenden, gleichnamigen Ausstellung 1925 den Begriff der „Neuen Sachlichkeit“ prägte. Mit den Akademieprofessoren Karl Hubbuch, Wilhelm Schnarrenberger, Georg Scholz und einer Reihe weiterer Künstler, die dieser gegenständlichen Tendenz folgten, verschaffte sich Karlsruhe den Rang eines der führenden Kunstzentren dieser Zeit.
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