| Die Tochter des Malers Fritz Klemm, der viele Jahre als Lehrer und Professor an der Karlsruher Kunstakademie wirkte, erhielt ihre Ausbildung in einem Fotoatelier in Karlsruhe. Von 1959 bis 2004 arbeitete sie für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, seit 1970 als Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ihre konsequent in Schwarz-Weiß realisierten Bilder sind weit mehr als für den Tag gemachte Reportagefotos. Mit sicherem Gespür für das Wesentliche und mit ausgewogenen, subtil gewählten Bildausschnitten gelingen ihr immer wieder Aufnahmen, die zu den „Ikonen der Zeitgeschichte“ zählen. Dabei gilt ihr Interesse nicht dem Sensationellen oder Effektheischenden, vielmehr zeichnen sich ihre Werke gerade durch Respekt und Diskretion aus.
Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Aufnahmen von Straßen, die Barbara Klemm im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Reportagefotografin weltweit angefertigt hat. Als Chronistin unserer Zeitgeschichte hat sie alle Kontinente bereist. Sie kann Geschichten mit einem einzigen Bild
erzählen – mit einem Einfühlungsvermögen, einer Intensität und Spannung, die unnachahmlich sind. „Barbara Klemm ist ganz Auge, ein Auge, das ständig unterwegs ist. Sie sucht nicht, sie findet, sie entdeckt das, was sie berührt, ergreift, fasziniert, was ihren Humor anspricht und worin sie Zeichen der Zeit erkennt“, schrieb Barbara Catoir im Bildband „Straßen Bilder“, der kürzlich im Züricher Nimbus Verlag erschienen ist.
Zu den bedeutendsten und ungewöhnlichsten Aufnahmen Barbara Klemms gehört das Bildnis eines als Rückenfigur wiedergegebenen Mannes in einem kargen Raum vor hohem Fenster. Diese streng komponierte Aufnahme zeigt ihren Vater, den Maler Fritz Klemm, in seinem Atelier in der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Eine Auswahl seiner großformatigen, reduzierten Papierarbeiten wird parallel zur Ausstellung der Fotografien von Barbara Klemm im Forum der Städtischen Galerie Karlsruhe gezeigt.
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