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Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt

12.12.2009 bis 14.02.2010

AMEI – "Glanz und Gloria"

Städtische Galerie Fruchthalle | Vernissage: 11.12.2009, 19.00 Uhr

Einführung: Rede von Museumsleiter Peter Hank zur Vernissage am Freitag, 11.12.2009

Seit die „Neue Sachlichkeit“ ihren Namen im Zusammenhang mit einer Ausstellung in der Mannheimer Kunsthalle 1925 erhielt, wurde der deutsche Südwesten eine Heimstatt dieser Kunstrichtung, die unter anderem das Stillleben zu neuer Blüte brachte. Die ihr zugetanen Künstler praktizierten damals eine nüchtern beobachtende Distanz zur Dingwelt, nahmen sich ganz aus dem Bild zurück und wurden quasi zu malerischen Übersetzern dinglicher Oberflächen in bestechender Detailtreue. In der Kunstakademie Karlsruhe blieb die Richtung das 20. Jahrhundert über virulent und erlebte dort Anfang der 1970er Jahre eine latente Renaissance, als Rudolf Dischinger, Freiburger Protagonist der Neuen Sachlichkeit vom Ende der 1920er Jahre, nach einer zwanzigjährigen Abstraktionsphase das Zeichnen und Malen von Stillleben wieder aufnahm und Peter Dreher 1974 seine Glas-Serie „Tag um Tag guter Tag“ begann, die er bis heute fortsetzt. Im Anschluss daran waren es in Karlsruhe außerdem Klaus Langkafel und Vera Issleiber, die die Magie der „kleinen Dinge“ mit malerischer Virtuosität einfingen und gegen alle andersgerichteten Kunsttrends am Leben erhielten.

In diesen nachhaltig wirkenden Kontext neusachlicher Malerei sind die Arbeiten der aus dem badischen Bühl stammenden und in Karlsruhe lebenden Malerin AMEI einzuordnen. Allerdings ist bei aller Ideenverwandtschaft zur „Neuen Sachlichkeit“ auch unverkennbar, dass AMEI in der Herangehensweise an die Dinge eine andere Richtung einschlägt. Sie transformiert den traditionellen Ansatz dahingehend, dass sie ihm die kühle, fast schon teilnahmslose Distanziertheit gegenüber den Dingen nimmt. Ihr Verhältnis zu den Gegenständen, die sie bildnerisch ins Werk setzt, zielt weniger auf Distanz, als vielmehr auf Identifikation. AMEI ist den Dingen, die sie malt und die nahezu ausschließlich ihrem häuslichen Umfeld entstammen, zugetan und zugeneigt. Sie fühlt sich ihnen verbunden und verfolgt deshalb bei der praktischen Ausgestaltung ihrer Bilder das Erkenntnisinteresse, in die sichtbaren Oberflächen der Phänomene tiefer einzutauchen und ihre Erscheinung im Prozess des Malens in allen Einzelheiten kennen zu lernen und besser zu verstehen. Der wahrnehmenden Zuneigung folgt die schöpferische Zueignung.

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