| Michael Kunzes »Les Messieurs d’Avignon« sind namhafte Geistesgrößen aus allen Bereichen der Kunst und Philosophie des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts – von Friedrich Nietzsche bis Lars von Trier. Es sind die »bösen Buben der Moderne«, die Kunze in über 50 Bildern inszeniert. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich auf unterschiedliche Weise in einer prominenten Abseitsposition befinden: Einerseits sind sie nicht wegzudenken aus ihrer jeweiligen zeitlichen und räumlichen Umgebung, andererseits unterlaufen sie eine gängige und akzeptierte Vorstellung von einem stringent verlaufenden Fortschrittsmodell. So ist der Widerspruch das gemeinsame Thema der hier vorgestellten Versammlung. Kunze verweist mit seinem Zyklus auf ein Urbild der – heute begrifflich problematisch gewordenen – Moderne: Pablo Picassos »Les Demoiselles d’Avignon« (1907). In diesem prominenten Ausgangspunkt der Avantgarde mit seinen kubistisch analysierten Frauenkörpern fällt neben dem revolutionären Stil eines sofort auf: die Abwesenheit von Männern. Sie kehren in den Porträts Michael Kunzes zurück, in denen der Bild- und Gedankenschatz einen Horizont beschreibt, der heute für das Modell einer Moderne jenseits von Karl Marx und Coca-Cola Bedeutung erlangt. Kuratiert von Gregor Jansen.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Hrsg. von Gregor Jansen, ca. 96 Seiten, 50 Abb.).
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