Netzwerkerinnen der Moderne – 100 Jahre Frauenkunststudium

01. Dezember 2019 – 19. April 2020:
Netzwerkerinnen der Moderne – 100 Jahre Frauenkunststudium

Foto-Impressionen der Ausstellung von Marc Holzner, Stuttgart
Erst ab 1919 wurden Frauen, die sich zur Künstlerin berufen sahen und sich beruflich als Künstlerin betätigen wollten, offiziell und ohne Beschränkungen an deutschen Kunstakademien als Studentinnen zugelassen. Diese Errungenschaft, die nur ein Jahr nach Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik erfolgte, stellt einen weiteren Meilenstein im Kampf der Frauen um Gleichstellung und Gleichberechtigung dar.

Erwähnenswert: Sonderfall Stuttgarter Akademie (in den Statuten gab es kein ausdrückliches Verbot, dass Frauen nicht studieren durften!!!)
Auch, dass Frauen ein Studium an der damaligen Königlichen Kunstakademie Stuttgart aufgreifen durften, jährt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Bis dahin waren sie den wohlwollenden oder vernichtenden Urteilen der Männer in leitenden
Positionen sowie der Kritik der Professoren und Mitstudenten regelrecht ausgeliefert.

Als Folge waren sie zudem auf kostenintensive Unterrichtsstunden bei Privatlehrern, überteuerte und separierte “Damen-Klassen” oder auf die Ausbildungen im Zeichnen innerhalb der Kunstgewerbeschule, wo Frauen “geduldet wurden”, angewiesen.

Wie wichtig dabei die Solidarität unter den gleichgesinnten Frauen, die gegenseitige Unterstützung und das gute Pflegen von Netzwerken war (ja, sie waren damals schon richtige Meisterinnen im Vernetzen), wird durch den gewählten Titel der aktuellen Präsentation zusätzlich unterstrichen.

Dementsprechend knüpft sie nach der letztjährigen Schau “verkannt, verschollen … unvergessen!” zum dritten Mal an das im Jahr 2015 durch die Städtische Galerie Böblingen initiierte und von vornherein als fortlaufende Ausstellungsreihe konzipierte Forschungs- und Ausstellungsprojekt “Die Klasse der Damen – Künstlerinnen erobern sich die Moderne” an und stellt mit der Neuauflage des seit der Ausstellungslaufzeit vergriffenen Katalogs einen vorläufigen Höhepunkt dar.