Peter Ackermann: Malerei und Grafik

(verschoben auf) 13.05. – 13.09.2020

In seinem malerischen wie grafischen Werk setzt sich Peter Ackermann vielfältig mit Architektur auseinander: von Gebäuden in Landschaft über bühnenartige Situationen zu ornamentalen bauplastischen Fragmenten. Zudem untersucht er den Schattenwurf architektonischer Strukturen. In seinen Kunstwerken thematisiert er das Wechselspiel von Fläche und Raum, Masse und Linie, Ornament und freier malerischer Geste.

Peter Ackermann: Ecke mit Grün und Fenster, 1986
© Städtische Galerie Karlsruhe

Der aus Jena stammende Künstler studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. In den 1970er Jahren erhielt er unter anderem den Villa Massimo-Preis für einen einjährigen Aufenthalt in Florenz, der nachhaltig auf seine künstlerische Sprache wirken sollte. 1977 wurde er zur Teilnahme an der documenta 6 in Kassel eingeladen und erhielt im selben Jahr die Professur an der Kunstakademie in Karlsruhe, die er zwanzig Jahre innehatte.

Die zugleich faszinierenden und fremden Bildwelten, in die uns der Maler und Grafiker Peter Ackermann entführt, knüpfen direkt an das Thema Architektur an. Seine zum Teil ungewöhnliche Zusammenschau von Bauelementen – zum Beispiel von Fassaden und Innenräumen, die wie kulissenhaft ineinander verschoben scheinen – geben Rätsel auf. Die Bauten sind unbewohnt. Der Mensch ist nur indirekt anwesend als derjenige, der sie schuf und nutzte. Die Bauwerke, ihre Schmuckformen sowie ihre zeitliche Gebundenheit und Vergänglichkeit bilden die wesentliche Grundlage im Schaffen des Künstlers. Mit seinen bildmäßigen, geheimnisvollen Radierungen gehörte Peter Ackermann am Beginn der 1970er Jahre zu den begehrtesten deutschen Grafikern, ohne seine Malerei zu vernachlässigen. Nach einer längeren Phase freischaffender Tätigkeit sollte 1977 ein wegweisendes Jahr für ihn werden: Damals hatte er seit kurzem eine Professur an der Hochschule der Künste in Berlin inne, er war eingeladen, an der documenta 6 in Kassel teilzunehmen und er folgte dem Ruf an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe, wo er bis zu seiner Emeritierung 1997 lehrte. Die aktuelle Präsentation im zweiten Obergeschoss des Museums gibt einen konzentrierten Einblick in sein künstlerisches Schaffen und umfasst 45 Zeichnungen, Radierungen, Aquarelle, Gouachen und fünf Gemälde aus den Jahren 1965 bis 1999. Sie befinden sich alle im Besitz der Städtischen Galerie Karlsruhe.