Fabien Léaustic “Eau de Karlsruhe – Cyprès”.

Fabien Léaustic “Eau de Karlsruhe – Cyprès”. Installation im Rahmen der ZKM-Ausstellung „Critical Zones. Horizonte einer neuen Erdpolitik“.

„Eau de Karlsruhe – Cyprès“
© Foto: C. Hierholzer; VG Bild-Kunst, Bonn

Die EnBW ist seit über 15 Jahren Hauptsponsor des ZKM. Mit „Critical Zones. Horizonte einer neuen Erdpolitik“ werden beide Institutionen nun auch Ausstellungspartner. Der Konzernsitz der EnBW in Karlsruhe wird gleichsam zur ZKM-Außenstelle, zum analog wie virtuell wachsenden und erlebbaren Gedanken- und Ereignisraum.

Lange blieben die Reaktionen der Erde auf unser menschliches Handeln unbeachtet, doch spätestens mit der Protestbewegung Fridays for Future ist die Klimakrise in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Gedankenausstellung „Critical Zones“ lädt dazu ein, sich mit der kritischen Lage der Erde auf vielfältige Art und Weise zu befassen und neue Modi des Zusammenlebens zwischen allen Lebensformen zu erkunden.

„Eau de Karlsruhe – Cyprès“
© Foto: C. Hierholzer; VG Bild-Kunst, Bonn

In den Räumen der EnBW in Karlsruhe wird parallel zur ZKM-Ausstellung die Installation „Eau de Karlsruhe – Cyprès“ des französischen Künstlers und Wissenschaftlers Fabien Léaustic (*1985) gezeigt. Das hängende, mit Leuchten und echten Zypressen ausgestattete Modul veranschaulicht auf beeindruckende Weise das fragile System von Leben und Wachstum.

Statement von Peter Weibel, künstlerischer Leiter und Vorstand des ZKM
Die Corona-Krise ist nach der Klimakrise ein weiteres Signal, das zeigt, wie fragil die Lebensbedingungen auf dem Planeten Erde geworden sind. Wir leben auf und von einer dünnen Schicht der Erdkruste, die sich durch die Interventionen des Menschen in eine kritische Zone verwandelt. Pflanzen und Bäume sind als Sauerstoffproduzenten wichtige Akteure innerhalb komplexer Ökosysteme. In „Eau de Karlsruhe“ verbinden sich Natur (Bäume) und Kultur (Elektrizität) auf symbiotische Weise. Die EnBW mit ihrer nachhaltigen Zukunftspolitik ist der richtige Ort für eine solche symbiotische Vorgehensweise.

„Eau de Karlsruhe – Cyprès“
© Foto: C. Hierholzer; VG Bild-Kunst, Bonn

Statement von Fabien Léaustic, Künstler von „Eau de Karlsruhe – Cyprès“
Seit ich die Installation „Eau de Paris – Cyprès“ entwickelt habe und sie im Centre des Arts d’Enghien-les-Bains, Frankreich, im Jahr 2016 zum ersten Mal präsentierte, habe ich meine Forschungsschwerpunkte im Rahmen meiner Promotion durch einen nachhaltigen Ansatz noch stärker auf unsere Beziehung zu unserer Umwelt, insbesondere in Bezug auf die Natur, ausgerichtet. Ich beschäftige mich immer wieder mit meinen Arbeiten, und ich zögere nicht, sie infrage zu stellen, sie zu überarbeiten oder sogar zu modifizieren, um ihre Bedeutung zu verändern oder neu auszurichten. Mit anderen Worten, meine Werke entwickeln sich zeitgleich mit meinen Gedanken weiter.

Diese Installation hatte ursprünglich einen viel höheren Energieverbrauch. Die Überarbeitung dieses Aspekts war ein wesentlicher Punkt. Die Installation im Rahmen der Ausstellung „Critical Zones“ nun in einem Gebäude eines Unternehmens zu zeigen, das sich mit Überzeugung für den Übergang zu erneuerbaren Energien einsetzt, war daher naheliegend.