Jazz on Canvas – über die Kunst von Elke Wree

Elke Wree im Internet:
Website: www.elkewree.de
E-Mail: info@elkewree.de

Betitelt mit einem Zitat des Romantikers Eichendorff (“Als flöge sie nach Haus“) hatte ich schon in 2003 ein erstes Porträt geschrieben über die in Karlsruhe lebende Künstlerin Elke Wree, die damals schon ihre ganz eigene – durchaus  einzigARTige – Form gefunden, sich erarbeitet hatte. Landschaftsmalerei war seinerzeit meine Assoziation zu ihren Arbeiten, die sich – im großen Feld zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion schon damals klar in der Region der Abstraktion befanden. Nur wenigen Künstlern gelingt es, dass abstrakte Arbeiten gleichzeitig so sinnlich wirken – das kann nur gute Kunst.

Jazz und Malerei, wie paßt das zusammen? wird mancher sich fragen.

Ich möchte eine Antwort versuchen. Immer wieder haben wir in den kunstportal-Porträts Zusammenhänge entdeckt zwischen Bildender Kunst, Musik und (lyrischer) Sprache. Die Kunstexpertin Dr. Ursula Merkel; die die Künstlerin und ihre Arbeit sehr gut kennt, attestiert der künstlerischen Arbeit von Elke Wree eine “höchst sensible Sprachfähigkeit“.

Dies ähnlich empfindend, gehen meine Assoziationen meist in Richtung Musik:

Dr. Ursula Merkel; Kuratorin und Kommunikationsleiterin der Städtischen Galerie Karlsruhe, schreibt in ihrem sehr erhellenden Text (Die Wahrheit der eigenen Wahrnehmung) im Katalogbuch “Elke Wree – Bilder”:
Ob mit oder ohne Substrate einer erkennbaren Naturbezogenheit: Elke Wrees Malerei zeichnet sich durch eine eigene, höchst sensible Sprachfähigkeit aus, die zur nachvollziehenden, einfühlenden Wahrnehmung einlädt. Sie gleicht einem Spiegel, in dem die Grenze zwischen Außen- und Innenwelt überschritten wird und der die subjektive Erfahrung jener Grenze im anschaulichen Medium reflektiert.
Wir danken Dr. Ursula Merkel dafür, sie hier zitieren zu dürfen.
Hier der Link zum vollständigen Textbeitrag

Malerei und Jazz: ja, das passt zusammen:

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Die Kunstexpertin Dr. Ursula Merkel; die die Künstlerin und ihre Arbeit sehr gut kennt, verbindet also Bildende Kunst, Malerei – in diesem Fall mit “Sprachfähigkeit“.

Dies ähnlich empfindend, gehen meine Assoziationen meist in Richtung Musik: Jazz und Malerei, – ja, das passt zusammen; wir bleiben im Raum einer romantischen Gesamtschau der Sinne.

Viele Künstler und Kunstbetrachter erleben immer wieder, dass Werke der bildenden Kunst musikalische Assoziationen auslösen. Wer die Werke vom Jackson Pollock sieht, wird bestimmt oft an Free-Jazz denken bei den aufgeräumten Arbeiten von Morellet dann wohl eher an Johann Sebastian.

Elke Wree, längst schon sehr (selbst-)sicher in der von ihr entwickelten Form und Formensprache, hat noch an Freiheit gewonnen,  die sie nutzen kann zur freien Improvisation: mal noch stärker reduzieren, durch weglassen oder übermalen, mal auch durch Hinzufügen eher figürlicher Elemente.

Die aktuellen Werke von Elke Wree nun möchte ich daher verbinden mit der Musik des 2005 gestorbenen Jazz-Posaunisten Albert Mangelsdorff, der ja auch einen ganz eigenen Stil geprägt hatte und wahrscheinlich vielen ein Vorbild war. In der Mannheimer Feuerwache (einer lokalen Kulturhochburg) hatte ich ihn, Ender 90er Jahre, mal kennen gelernt vor einem Konzert im Rahmen eines kleinen Jazz-Festivals: er war der erste auftretende Künstler – und er spielte Posaune – solo! – welcher Posaunist sonst kann ganz alleine einen derart starken Blues-Jazz präsentieren? Die meisten kämen eher nicht auf die Idee, alleine aufzutreten.


Albert Mangelsdorff erklärte mir im Gespräch, dass er zwar wußte, wie er nachher beginnen würde, dass aber alles weitere sich dann sicher “automatisch“ergeben würde – ein Statement der Souveränität, das ich nicht jedem Künstler glauben würde, bei Albert aber war klar, dass er dies konnte.

Ebendiese Freiheit erleben wir in der Malerei von Elke Wree, die ihrem Stil, die ihrer besonderen Form immer treu geblieben ist. In den aktuellen Arbeiten ist die Landschaft weiterhin zu erspüren, nun aber auf  einer noch höheren Ebene der Abstraktion: Es geht noch immer um die Natur, es geht nun aber verstärkt um Lebendigkeit insgesamt.

Die Souverenität und Freiheit, mit der Elke Wree heute ihre Arbeiten zelebriert, nenne ich deshalb

Jazz on Canvas

Jürgen Linde im November 2022