Feuilleton

Nach 24 Jahren kunstportal-bw haben wir uns entschlossen, den redaktionellen Bereich des kunstportals zu erweitern.

Unser Thema ist die Zivilgesellschaft (hierzu unten eine sehr gute Definition), als deren Teil wir uns beim kunstportal-bw verstehen und zu der wir – aus der Perspektive der Kunst – auch beitragen wollen.

Hierzu testen wir ein im Internet durchaus neues redaktionelles Format – wir nennen es Feuilleton:

Ein Raum zum Denken, Nachdenken über unsere Kultur und deren Entwicklung: Uns interessiert, wie sich die Gesellschaft weiterentwickelt:
Wie verändern aktuelle Entwicklungen – Digitalisierung, Biotechnologien/Robotik unsere Gesellschaft?
Müssen wir Grundwerte wie Freiheit und Demokratie neu begreifen; sind sie in Gefahr?
Früher haben wir gelernt, die Vergangenheit zu studieren, um die Gegenwart zu verstehen. Angesichts der genannten technischen Entwicklungen, die ja durchaus weitgehend unter Ausschluß der medialen Öffentlichkeit stattfinden, könnte es sein, dass wir heute verstärkt den Blick auf die Zukunft richten sollten, um die Gegenwart zu verstehen.

Gastbeiträge und eigene Textbeiträge haben hier ihren Raum; ergänzend werden wir mit aktuellen Links zum Thema das Spektrum erweitern. Alle Beiträge können auch kommentiert werden so wie in einem klassischen Diskussionsforum.

Deshalb starten wir mit einem durchaus konkreten Thema, mit einer These, die ich provokativ formuliere:

Wir befinden uns auf dem Weg in eine digitale Diktatur.

Digitalisierung und Globalisierung sind sicherlich zwei “Megatrends”, die die Entwicklung unserer heutigen Gesellschaft charakterisieren. Beide Entwicklungen lassen sich als positiv betrachten, werden aber auch sehr kritisch bis radikal ablehnend angegriffen.
Schon lange steht die These im Raum, dass uns die Digitalisierung in einen “technologischen Totalitarismus” führen würde.
Frank Schirrmacher, der als FAZ-Mitherausgeber eine lange Reihe von Essays zu diesem Thema moderiert hatte, hat einen Diskussionsband herausgegeben (erschienen erst nach Schirrmachers Tod im Jahr 2014), der thematisch als Ausgangspunkt unserer Diskussion dienen soll.

Das Vorwort hierzu ist von Martin Schulz; eine hervorragende Zusammenfassung der aktuellen Diskussion.
Technologischer Totalitarismus: Vorwort von Martin Schulz.

Um hier einen Anfang zu machen, veröffentliche ich nachfolgend erstmals einen eigenen Beitrag, den ich für die FAZ-Serie geschrieben hatte – der Titel ist ein Zitat von Eric Schmidt, dem Chef von Google/ Alphabet. In einem Interview wurde Schmidt gefragt: “Gibt es Gott?” Seine vielsagende Antwort: “Noch nicht“.

Inzwischen dominiert ja ein anderes Thema die gesellschaftliche Diskussion – die Corona-Pandemie. Auch hier ergeben sich zweifellos nachhaltige Veränderungen für unsere Gesellschaft. ZKM-Chef Peter Weibel, der längst auch als gesellschaftlicher Vordenker einen sehr guten Ruf hat, spricht von der Entstehung der ersten Telegesellschaft der Menschheitsgeschichte.
Peter Weibel in der Neuen Züricher Zeitung am 20.03.2020: | Essay: Virus-Viralität-Virtualität

Ich selbst befürchte, dass die Telegesellschaft, deren Vorteile ich nicht bestreite, gleichzeitig jedoch die negativen Aspekte der Digitalisierung noch beflügeln könnte. Zu dieser Überlegung habe ich nun einen zweiten Beitrag getextetl: Digitale Diktatur.

Bisherige Beiträge:

  • Virus, Viralität, Virtualität
    Prof. Peter Weibel beschreibt, wie das Virus die Entwicklung von der “Nahgesellschaft” zur “Ferngesellschaft” beschleunigt.
  • Digitale Diktatur
    Jürgen Linde befürchtet, dass die Gesellschaft sich in zu einem technologischen Totalitarismus entwickeln könnte.
  • 2048 – noch nicht.
    Google, Amazon und NSA – private und staatliche Datenkraken gefährden gemeinsam die Demokratie. Ein Beitrag von J. Linde von 2014.

Aktuelle Nachrichten zum Diskussionsthema:
Das Peter Weibel-Forschungsinstitut für digitale Kulturen veranstaltet ein Online-Symposium zum Thema: Digital Dictatorship or digital Democracy?
Donnerstag, 25. Juni von 14.30 bis 19 Uhr & Freitag, 26. Juni von 12 bis 13 Uhr: https://wid.uni-ak.ac.at/conference/

Beginnen wir mit einer Definition der “Zivilgesellschaft”, die wir auf der Website des BMZ gefunden haben:

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1 Gedanke zu „Feuilleton“

  1. Jetzt hab ich mir mal den ganzen Weibel-Aufsatz durchgelesen.
    Abgesehen von einem Fehler (Sie befinden sich in wohnhaft.) hat mich der Text an eine Kritik
    in einer Proseminararbeit in meinem Anglistikstudium erinnert. Beziehungsweise an einen Vermerk
    des Dozenten, der mich so tief getroffen hat, daß ich ihn auch nach 55 Jahren nicht vergessen habe.
    Der Korrekturvermerk: “Statement of the obvious”.
    Oder kannst Du in Herrn Weibels Text IRGENDETWAS entdecken, das NEU ist? Referiert er nicht
    ausschließlich über Dinge, die längst bekannt sind? Oder bin ich zu blöd, um “gesellschaftskritische Essays” zu verstehen?
    Was er da beschreibt, kann man täglich in den Kommentaren von SPON und Zeit online lesen.

    Auf einer anderen Sprachebene würde ich es so kommentieren: “Ja nee, is klar…”

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