Highlights. Lichtkunst aus der Sammlung

18. Oktober 2020 bis 11. April 2021:

Highlights. Lichtkunst aus der Sammlung
Die Ausstellung im Erdgeschoss des Museums vereint herausragende Werke der zeitgenössischen Lichtkunst aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter. Die ausgewählten Bildkästen, Objekte und Installationen sind allesamt nach der Jahrtausendwende entstandenen. Sie belegen die andauernde Faszination von Kunstschaffenden für die gestalterischen Möglichkeiten des Lichts. Neue technische Verfahren und Leuchtmittel befeuern zudem das große Interesse der Gegenwartskunst am kreativen Umgang mit Licht. So verwenden Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit vorzugsweise LEDs, deren Lichtfarben sich per Computersteuerung abmischen und dynamisch verändern lassen. In ihren Werken wirken Hightech und Sinnlichkeit, technisches Kalkül und Poesie eindrucksvoll zusammen.

Die leuchtenden Highlights der Ausstellung vermitteln einen Eindruck davon, wie vielfältig Licht in der Gegenwartskunst eingesetzt wird:

Maurizio Nannucci: LOVE, 2013, Foto: Gerhard Sauer, © Künstler, Museum Ritter
Werner Bauer: L 65/93, 1993, Foto: Olaf Nagel, © Künstler, Museum Ritter

Während Maurizio Nannucci Methoden der Leuchtreklame adaptiert und mithilfe farbiger Neonröhren eine geometrische Gestaltung des emotional aufgeladenen Wortes LOVE realisiert, das erst auf den zweiten Blick lesbar wird, ist Jan van Munster die spannungsvolle Synthese von handgezeichnetem Quadrat und präzise eingepasster Lichtform gelungen.
Die kühl strahlenden Werke von Brigitte Kowanz eröffnen hingegen Räume, in denen sich das Licht im Unendlichen verliert. In ihren Lichtwürfeln und Wandkästen lotet sie die starke Wirkung von Lichttexten im Zusammenspiel mit Spiegeln aus.

Werner Bauer wiederum verwendet für seine Leuchtkästen Acrylglas und lichtleitende bzw. –sammelnde Folien, die dem per se immateriellen Licht scheinbar Richtung und Form geben. Seine Werke bewegen sich ebenso wie der farblich sanft pulsierende Leuchtkasten von Betty Rieckmann zwischen klar definierter geometrischer Gestalt und sinnlich-illusionistischem Spiel.

François Morellet,: Triple X neonly, 2012, Foto: Gerhard Sauer, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

François Morellet schließlich gelingt es wie keinem zweiten, mit spielerischer Leichtigkeit aus kühlem, grellem Neonlicht Werke von hintergründigem Humor zu schaffen.