Feuilleton

Neues zu unseren Themen im Feuilleton:

Neu am 14. August: | Video von Dominika Szope, Kommunikationsleiterin des ZKM, über Digitalisierung und Kunst: | “Es w wird einmal …”

Neu am 13. Juli: | Jürgen Linde | (Wie) ist technologischer Totalitarismus möglich?: | Die affirmative Wolke

Neu am 09. Juni: | “Grabungen im Inneren …” – der in Karlsruhe lebende Künstler Andreas Lau spricht über seine künstlerische Arbeit in schwierigen Zeiten: | Acht Fragen an Andreas Lau

Neu am 21. April: | Neuer Video-Beitrag von Peter Weibel:  | ZKM Karlsruhe | Neuer Video-Beitrag von Peter Weibel: | Kunst und Krise – Walter Smerling im Gespräch mit Peter Weibel (Teil 3)

Neu am 20. April: | ZKM Karlsruhe | Neuer Video-Beitrag von Peter Weibel: | Kunst und Krise – Walter Smerling im Gespräch mit Peter Weibel (Teil 2). Prof. Peter Weibel thematisiert die chinesische Variante des (digitalen) Überwachungsstaates. Wie Linde in seinem letzten Essay [ Ist eine demokratische Digitalgesellschaft möglich? ], beleuchtet der ZKM-Chef und Künstler Peter Weibel die aus Pandemie und Digitalisierung entstehenden Gefahren für Demokratie und Freiheit.

Neu am 16. April: | ZKM Karlsruhe | Neuer Video-Beitrag von Peter Weibel: | Kunst und Krise – Walter Smerling im Gespräch mit Peter Weibel (Teil 1)

Neu am 12. April: | Systemstreit digital. Ist eine demokratische Digitalgesellschaft möglich? | Jürgen Linde zieht in seinem neuen Essay eine Zwischenbilanz der Totalitarismus-Debatte.

Peter Weibel entwickelt seine These zur Telegesellschaft weiter. In einem Vortrag spricht er auch über die Zukunft des Museums, das als Non-Local-Museum viele Vorteile habe; seinen Vortrag dazu finden Sie als Video in Peter Weibels Wort-Welt.

Wir freuen uns, mit Jeff Klotz, dem Leiter des Verlagshauses Klotz in Bauschlott nahe Pforzheim, einen großen Kulturförderer als neuen Autor für unser Feuilleton gewonnen zu haben. Jeff Klotz vom Verlagshaus Klotz schreibt im kunstportal-bw: | zur politischen Lage in der Pandemie: Im Nebel durch den Sturm

Mit seinem “Weihnachtsbrief 2020” beschreibt und hinterfragt der in Karlsruhe lebende Künstler Paul Blau unsere aktuelle “Corona-Krisen” Situation. Mit seiner immer auch künstlerischen Betrachtungsweise stellt er seinem Text ein Gedicht und eine Collage voran: Durch die Augen.

ZKM Karlsruhe | Video: | Peter Weibel bekräftigt seine These vom Ende der Nahgesellschaft

Dr. Nicole Fritz hat gerade vor kurzem auf der Website ihrer Kunsthalle Tübingen [ www.kunsthalle-tuebingen.de ] eine Art Mission Statement veröffentlicht, in welchem sie das Selbstverständnis der Kulturschaffenden brillant formuliert und zusammenfasst:
Kulturschaffende setzen sich alle täglich in der Überzeugung für Kunst und Kultur ein, dass diese keine Luxusgüter für wenige sind, sondern Räume der Freiheit sowie wichtige geistige und emotionale Ressourcen, die unser Dasein interpretieren wie auch reflektieren und dadurch sinnstiftend wirken können.
Nicht zuletzt tragen die Kulturschaffenden zur Festigung unserer individuellen bzw. kollektiven Identität und unserer Werte bei.
Dr. Nicole Fritz, Direktorin und Vorstand der Stiftung Kunsthalle 

Feuilleton

Nach 24 Jahren kunstportal-bw haben wir uns entschlossen, den redaktionellen Bereich des kunstportals zu erweitern.
Unser Thema ist die Zivilgesellschaft (hierzu unten eine sehr gute Definition), als deren Teil wir uns beim kunstportal-bw verstehen und zu der wir – aus der Perspektive der Kunst – auch beitragen wollen.
Hierzu testen wir ein im Internet durchaus neues redaktionelles Format – wir nennen es Feuilleton:
Und dies sehen wir als originäre Aufgabe unseres kunstportals-bw:
Nicht zufällig ist es die Kunst, sind es Kunstleute, also KünstlerInnen und KuratorInnen, die sich am meisten – und, natürlich, am kreativsten – mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung und deren Folgen für die gesellschaftliche Entwicklung  – befassen..

Zwei Themenschwerpunkte:
1. Technologischer Totalitarismus.: Neben der Globalisierung ist die Digitalisierung ein zweiter “Megatrend“, der unsere Gesellschaft grundlegend verändert. Ein Prozess, der längst nicht mehr aufhaltbar ist, dessen weiterer Verlauf aber durchaus offen erscheint. Wir sehen die Gefahr eines technologischen Totalitarismus.
Hier ein einführender Exkurs zum Thema, wie wir dieses hier sehen und behandeln.

2. Biogenetik, Transhumanismus – das Anthropozän.
Eine zweite Zäsur unserer Zeit entsteht aus dem Faktum, dass der Mensch nicht allein unsere äußere Umwelt verändert und/oder zerstört (Vernichtung von Tierarten, Klimawandel, etc. sind die Stichworte), sondern nun auch wesentlich aktiv verändern kann: Mit Hilfe der Genetik werden vorhandene Lebensformen verändert oder auch ganz neu geschaffen; auch der Mensch selbst ist potentiell Gegenstand der (technischen) Optimierung. Ebendies thematisiert Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen, in ihrer aktuellen Ausstellung (noch bis 07. März 2021):

Digitalisierung, Biogenetik/Transhumanismus, nun auch die Corona-Pandemie – Themen, die jeweils schon schwierig sind und in ihrem Zusammenwirken als Paradebeispiel dienen könnten, um den Begriff Überkomplexität zu veranschaulichen. Doch müssen wir uns diesen Themen stellen; Kunst und Kultur sind hier hochinvolviert und befassen sich mit all diesen Themen – als Betroffene und als potenzielle Mitgestalter!

In diesem Geiste befassen wir uns weiterhin hier im kunstportal-bw aus der Perspektive der Kunst mit diesen Themen. In unserer neuen Rubrik: Hinkelstein.

Kommentare:
Wolfgang Gießler kritisiert Peter Weibels Essay als “Statement of the obvious”

In ihrem Kommentar (siehe weiter unten) verbindet Bärbel Mohr das Thema Totalitarismus mit dem der Political Correctness. Sprachkontrolle als Werkzeug der Diktatur – schon Orwell hatte diesen Zusammenhang (Stichwort “Newspeak”) hervorragend und wohl als erster herausgearbeitet. Unsere Gastautorin bezieht sich dabei aktuell auch einen Artikel der FAZ vom 23. Juli: Orientierungslos im Meer der Ideologien [ In der Papier-Zeitung: “Vor der Selbstabschaffung? (FAZ, 23.07.20; Seite 6) ]

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3 Gedanken zu „Feuilleton“

  1. Jetzt hab ich mir mal den ganzen Weibel-Aufsatz durchgelesen.
    Abgesehen von einem Fehler (Sie befinden sich in wohnhaft.) hat mich der Text an eine Kritik
    in einer Proseminararbeit in meinem Anglistikstudium erinnert. Beziehungsweise an einen Vermerk
    des Dozenten, der mich so tief getroffen hat, daß ich ihn auch nach 55 Jahren nicht vergessen habe.
    Der Korrekturvermerk: “Statement of the obvious”.
    Oder kannst Du in Herrn Weibels Text IRGENDETWAS entdecken, das NEU ist? Referiert er nicht
    ausschließlich über Dinge, die längst bekannt sind? Oder bin ich zu blöd, um “gesellschaftskritische Essays” zu verstehen?
    Was er da beschreibt, kann man täglich in den Kommentaren von SPON und Zeit online lesen.

    Auf einer anderen Sprachebene würde ich es so kommentieren: “Ja nee, is klar…”

  2. Zunächst zum Beitrag von Wolfgang Gießler “Ja nee,is klar…”
    Steht beispielhaft für die Entwicklung einer Netzgesellschaft, in der die Reduktion auf bloße Meinungsäußerungen (s.”Daxokratie”) inzwischen auch die sog. Bildungsschichten erreicht hat:

    “Im Zentrum aber steht die Abwendung vom Ideal urteilsfähigen Selbstdenkens”.
    Der Autor des sehr lesenswerten Textes “Vor der Selbstabschaffung”, Ingolf U. Dalferth, (FAZ v.23.7.20, s.6), dem auch folgende Zitate entnommen sind, zeigt,
    wie sich auch die geisteswissenschaftliche Forschung und Lehre durch die zunehmende mediale Dominanz politisch korrekter MEINUNGEN in “pathologischer Selbstverkrümmung” zum ideologischen Werkzeug entwickelt, indem Sachfragen der Durchsetzung von Wertorientierungen zu dienen haben:

    “Ganze Denktraditionen und Textbestände Europas – von Kant über Nietzsche bis zu Heidegger und Foucault” – werden inzwischen als Gefahrengut deklariert, vor dem man Studenten schützen muss”
    “Man propagiert am Leitfaden “kritischer Theorie” die Beurteilung von allem und jedem nach Gesichtspunkten von Gender, Sexualität, Rasse, Ethnizität, Nationalität, Herkunft und Religion, um Ungleichheit und Diskriminierung in allen Schattierungen auf die Spur zu kommen, und tut zugleich alles, um diese Merkmale in der Öffentlichkeit unkenntlich zu machen (…) Texte werden daraufhin betrachtet, welche Unterdrückungsformen sie manifestieren” und “Geschichte wird betrieben, um Opfer und Täter ausfindig zu machen”
    “Aus einer kritischen Korrektur wird so eine kritikimmune Ideologie”
    “Aber wir wären gut beraten, der ideologischen Selbstzerstörung der Geisteswissenschaften nicht erst dann entgegenzutreten, wenn es zu spät ist.”

    1. Hallo Frau Mohr,

      da ich in meinem Beitrag das “Ja nee, is klar…” ausdrücklich als ironischen Kommentar “auf einer anderen sprachlichen Ebene” verwendet habe, hätte ich es begrüßt, wenn Sie sich nicht allein auf diesen bezogen hätten. Schließlich habe ich ja durchaus inhaltlich Stellung bezogen. Wenn Sie mir meine Argumente widerlegen könnten, würde mich das sehr interessieren.

      Mit freundlichen Grüßen auch an den Herrn Gemahl
      Wolfgang Gießler

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