Mélanie Lachièze-Rey

Ausstellung der Galerie der Stadt Tuttlingen | 20. Februar – 21. März 2021

(8(8)8), Sperrholz, Leim, Spachtelmasse, Kunstharzlack, 73 x 175 x 38 cm, 2013. Foto: Archiv Künstlerin.
Bildbearbeitung: Wolfgang Gießler

Mélanie Lachièze-​Rey schreibt über Ihre Arbeit: „Meine organischen Formen, die meist Symmetrien enthalten, gehen aus Linien hervor: Linien, die sich ununterbrochen im Raum entwickeln, bewegen – und sich materialisieren. Die Praxis des Zeichnens erlaubt mir dabei, in völliger Freiheit nach diesen Formen zu suchen, ohne mich (schon) um die Zwänge der dritten Dimension zu kümmern. Schicht für Schicht werden die Formen aus Sperrholzplatten gebaut: geschnitten, geleimt, genagelt, bis die Form ihre Gestalt annimmt. Alle Schritte der Konstruktion bleiben sichtbar unter dem transparenten und glänzenden Lack, der ihre Oberfläche wie eine Haut überzieht und vereint.

Die Formen dieser Objekte, die sich in den Raum des Betrachters einschreiben, sind essentiell enigmatisch, ”nicht-​figurativ” und ”nicht-​bestimmt”. Bei einer Begegnung provozieren sie (zunächst) Assoziationen, individuelle Reflexe des Wiedererkennens und Einordnens mit Hilfe von Repräsentationen.

Im Ausarbeiten einer Form und bei der Suche nach ihr versuche ich intuitiv, eine Form zu finden, die vielfältige Assoziationen zulässt, diesen jedoch immer aufs Neue entgleitet. Sie kann so den Betrachter – über diese Assoziationen hinaus – zur Kontemplation der Form selbst bringen: zu ihrer Singularität, ihrer schweigenden Fremdheit, zu ihrem Enigma.

Das Sichtbare ruft mit den Assoziationen Repräsentationen über die Sprache hervor und suspendiert sie zugleich. In diesem Widerstreit und aus ihm heraus können diese organischen Formen, diese Objekte die Sprache überschreiten, womöglich überwinden oder zumindest verwirren und trüben, um ihre reine ontologische Kraft zu zeigen.“

Eröffnung Freitag, 19. Februar 2021, 19 Uhr