BETTINA BÜRKLE / KLAUS ILLI. PARADISE LOST

Galerie im Prediger Schwäbisch-Gmünd | 11. September – 21. November 2021

ERÖFFNUNG: Freitag, 10. September, 19 Uhr

ZUR AUSSTELLUNG

© Bettina Bürkle / Klaus Illi, Installationsansicht »Paradise Lost« | Bildrechte: Amt für Medien und Kommunikation Schwäbisch-Gmünd

So sehr wir uns das Paradies auch erträumen – eine Rückkehr zu einem paradiesischen Urzustand, zu irgendeiner ursprünglichen Natur kann und wird es nicht geben. Wie eine poetische Metapher auf diesen unwiederbringlichen Verlust liest sich die Installation »Paradise Lost« von Bettina Bürkle und Klaus Illi. Pneumatische Objekte aus farbigem Ballonstoff, die an Blüten oder Fruchtstände, an Pflanzenstängel oder Bäume denken lassen, verwachsen zu einem sinnlich erfahrbaren Raum des Knospens, Blühens, Welkens und wechselvollen Neubeginns. Schlicht und ausdrucksstark zugleich vergegenwärtigt die Installation zweierlei: dass Natur und Kultur einander bedingen und, dass die Luft, die wir atmen, Teil unserer gemeinsamen, komplexen und systemischen Welt ist.

Eigens für die Galerie im Prediger schreibt die Installation das Projekt »Pflanzenatem / Wolkenatem« fort, an dem das Künstlerduo Bürkle / Illi seit 1999 gemeinsam arbeitet.

ZU DEN KÜNSTLERN

Bettina Bürkle, geboren 1961 in Heilbronn, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1981-89). Sie hat Preise und zahlreiche Stipendien erhalten, darunter den Akademiepreis der Kunstakademie Stuttgart (1986), das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (1991) und der Cité internationale des Arts, Paris (1996/97). Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland begleiten ihre Vita.
Den formalen und inhaltlichen Hintergrund zahlreicher Werke von Bettina Bürkle bilden Kästen (Boxes), die Architektur und den von ihr definierten Raum in Form von Skulptur und Graphik zum Thema haben. Seit 2003 entstehen Objekte, bei denen sich verschieden farbige Acrylglasscheiben in mehreren Ebenen mit- und gegeneinander verschieben lassen. Durch die Transparenz addieren sich die Farben, es bilden sich unterschiedliche Farbräume, je nachdem, welche Farben sich überlagern.

Klaus Illi wurde 1953 in Stuttgart geboren. Zunächst studierte er Kunst und Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Es folgten Kunststudien an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1982-85), an der Hochschule der Künste in Berlin (1985-88) und an der Parsons The New School of Design in New York City (1988-90), das er an der Hochschule der Künste in Berlin als Meisterschüler (1991-92) abschloss. Klaus Illi erhielt zahlreiche Stipendien, unter anderem das Visual Arts Scholarship E. F. Albee Foundation, Montauk, N. Y.(1990/92) und das Cité internationale des Arts, Paris (1998/99). Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland begleiten seine künstlerische Laufbahn.
Ausgehend von Erkenntnissen der Physik begann Klaus Illi Anfang der 1990er Jahre kinetische Kunstwerke zu entwickeln. Luft wurde sein zentrales skulpturales Material.

Beide Künstler leben und arbeiten in Ostfildern bei Stuttgart.