Museum Ritter Waldenbuch | 17.05. – 27.09.2026 | Eröffnung: Sa, 16.05.2026, 17 Uhr
Die Schweizer Künstlerin Marguerite Hersberger (* 1943) hat in über fünf Jahrzehnten ein einzigartiges konstruktives Œuvre von großer atmosphärischer Sinnlichkeit geschaffen. Ein präzises geometrisches Grundvokabular und eine cleane, handschriftlose Werkgestaltung, wie man sie von der konkreten Kunst oder vom Minimalismus her kennt, verbinden sich in ihren Kompositionen mit vibrierenden Farb- und Formenkonstellationen, die einer großen Experimentierfreude und einem sicheren ästhetischen Gespür entspringen.

Auch wenn sich die unterschiedlichen Werkgruppen der Künstlerin klar voneinander abgrenzen, gibt es doch hinsichtlich ihrer Beschäftigung mit dem Thema Raum wie auch mit Blick auf das von ihr bevorzugte Material Acrylglas eine große Konstanz. Letzteres verwendet sie seit vielen Jahren vor allem für einsehbare, farbig gestaltete Wandkästen, die zu ihrem Markenzeichen geworden sind. Zudem basiert ihr Schaffen durchweg auf gleichbleibenden Gestaltungsprinzipien: Die Beschränkung auf elementare Formen und Strukturen wie Kreis, Rechteck, Balken oder Linie zählt ebenso dazu wie das raumbildende Spiel mit Transparenz, Farbe, Licht und Schatten.
Die Ausstellung im Erdgeschoss des Museums beleuchtet Marguerite Hersbergers künstlerisches Werk von den späten 1960er-Jahren bis heute. Zu sehen sind rund 50 Wandobjekte sowie einige Plastiken. Ein besonderes Highlight der Schau ist eine von der Künstlerin eigens für die Ausstellung entwickelte Wandinstallation, die eine über zehn Meter lange Wandfläche im Foyer des Museum Ritter bespielt.

Ausprobieren und Experimentieren seine „spielerischen Kommunikationsinstrumente“ entwickelte.

Bild oben: Großes Lichtspiel, 1973 © Nachlass Walter Giers, Foto: Gerhard Sauer
Biografie
1937 geboren in Mannweiler, Rheinland-Pfalz
ab 1955 Jazzmusiker
1959 Abschluss der Lehre zum Metallgraveur in Kevelaer und Umzug nach Schwäbisch Gmünd zum Erwerb des Meistertitels
1963 Abschluss in Industriedesign, Werkkunstschule Schwäbisch Gmünd
1963 Gründung des Designbüros form + funktion, Schwäbisch Gmünd
ab 1968/69 freischaffender Künstler
1970 Gründungsmitglied der Künstler-Cooperative, Schwäbisch Gmünd
1977 Gründungsmitglied des Arbeitskreises Kultur, Schwäbisch Gmünd
1990 Gründung des Büros für Licht und Klang im öffentlichen Raum, Schwäbisch Gmünd (mit Berthold Beuthe)
1992/93 Lehrbeauftragter an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
2016 gestorben in Schwäbisch Gmünd