Kunsthalle Baden-Baden | 13.02. – 10.05.2026: | Katharina Wulff – Arabesken in Arabesken |
Gespräche zur Ausstellung:
05.03.2026: | Kurator*innenführung mit Christina Lehnert
17.04.2026: | Artist Talk mit Katharina Wulff und Anke Kempkes
Die Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden präsentiert die bislang umfassendste Ausstellung der Malerin Katharina Wulff (*1968 in Berlin, lebt und arbeitet in Marrakesch).

Aus über drei Jahrzehnten ihres künstlerischen Schaffens werden Gemälde, Zeichnungen und architektonische Arbeiten gezeigt. Wulffs sorgfältig komponierte Tableaus von Alltagsszenen verbinden präzise Beobachtung mit einer zeitgenössischen Form des Realismus. Ihre Werke spiegeln ein anhaltendes Interesse an Landschaften, Architektur und den Menschen wider – ihren sozialen Rollen, Kleidungsstilen, Attributen, Körperhaltungen und Bewegungen.
Mit 40 Gemälden und Zeichnungen bietet die Ausstellung einen konzentrierten Überblick über ein Werk, das geprägt ist von den Erfahrungen ihrer Jugend in Ostberlin, der Kunstszene des Berlins der 1990er-Jahre sowie den kulturellen Übergängen der Gesellschaften, in denen sich die Künstlerin seit vielen Jahren bewegt. All diese Impulse werden einzeln oder in einem Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart aufgenommen, in dem häufig eine Figur am Rand oder im Zentrum einer Erzählung oder eines Porträts steht – mal Beobachterin und mal Akteurin im Mittelpunkt der Darstellung.

Bild oben:: Katharina Wulff, Der Tagträumer, 2005, Öl auf Leinwand, 120×160 cm, Privatsammlung. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Galerie Buchholz, Köln
Die wiederholte Aufnahme und Überlagerung solcher Begegnungen, Archivalien und Erinnerungen verleiht Wulffs Arbeiten eine zeitlose Qualität und eröffnet einen unmittelbaren Zugang zu ihren Bildwelten. Ihre Kompositionen entstehen aus der Konstruktion von Verhältnissen – in Dimensionen, in Nähe und Fluchten, zwischen Landschaft und Stadt, Mensch und Architektur; ebenso im Sozialen, im Verhältnis des Menschen zur Welt um ihn herum.
Seit den frühen 1990er-Jahren entwickelt Wulff ein Werk, das durch eine besondere Sensibilität für die Möglichkeiten figurativer Malerei ebenso geprägt ist wie durch die Aufmerksamkeit für soziale Dynamiken und kulturelle Prägungen.
Der Titel der Ausstellung Arabesken in Arabesken verweist auf die Arabeske als nicht-figürliches Ornament aus ineinander verschlungenen Ranken, das insbesondere in der arabischen Architektur zur Gestaltung von Pilastern und Friesen eingesetzt wird. Für die Ausstellung entwarf Wulff zwei neue Bänke, deren Formen und Ornamente an die Architekturen ihrer Bilder anknüpfen. Die Opulenz und der Duft des Zedernholzes bilden einen markanten Kontrast zum neoklassizistischen Bau der Kunsthalle Baden-Baden und seiner charakteristischen Raumfolge einer Gemäldegalerie.

Bild oben: © Katharina Wulff, Grand Hotel Tazi, 2016, Öl auf Leinwand, 157,2×237,5 cm, Privatsammlung. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin und Galerie Neu, Berlin
© Katharina Wulff: Grand Hotel Tazi, 2016, Oil on canvas, 157,2 x 237,5 cm
Courtesy: The artist and Galerie Neu, Berlin