Galerie Q für Kunst Schorndorf | 09.09. – 01.11.2026 | Weisse Stille / Berge versetzen: Doppelausstellung

Hoch oben, auf Augenhöhe mit den Gipfeln und im Schnee, entstehen die eindrucksvollen Radierungen von Konrad Henker. Dass Künstler Extreme lieben, ist nicht neu. Die Art und Weise, wie Henker seine Bilder von Berglandschaften erschafft, ist dennoch außergewöhnlich. Im Winter trägt er seine Ausrüstung mitsamt großformatigen Druckplatten ins Gebirge und verbringt dort mehrere Wochen. Teils im selbstgebauten Iglu und unter extremen Bedingungen ritzt, kratzt, strichelt er die gewaltige Hochgebirgslandschaft ins Metall. Bergketten, Täler, Licht und Schatten. Henkers Bilder spiegeln Schönheit und Stille. Sie sind von majestätischer, monumentaler Kraft und tragen schlicht die Namen der Natur – Riegelschrofen, Beilklamm, Gamsgrübel.
Dies verbindet sie mit den ausdrucksstarken Stelen und Steinen des Bildhauers Uli Gsell, der Natur und Kunst zusammen denkt. Beschaffenheit und Struktur des Materials sind wesentlich. Der Natur belassene Stein, roh und unbearbeitet, im Detail aber subtil markiert, offenbart künstlerische Gestaltung und Ursprung zugleich. Die Kiesel erinnern durch ihre Rundungen an Kosmisches, oft wirken sie als hätte man einen Deckel abgenommen, der einen Gedankenraum freigibt. Doch sie sind auch Architektur, Plätze, Terrassen, heilige Orte.