Marc Peschke | Ausstellung in der Wasserburg Haus Graven e.V. | 12.04. – 05.07.2026 | Eröffnung: Sonntag, 12. April, 11 Uhr

Bettina Heinen-Ayech (1937–2020) und ihr Lebenswerk stehen derzeit wieder im Zentrum des Interesses der Kunstwelt. Es findet eine Wiederentdeckung dieser bedeutenden Malerin statt. Dies dokumentieren zahlreiche Artikel in Kunstmagazinen, diverse umfangreiche monographische Ausstellungen sowie posthume Auszeichnungen. Zu diesen zählt auch die Aufnahme von Bettina Heinen-Ayech in den exklusiven Kreis der 50 bedeutendsten historischen Frauenpersönlichkeiten Nordrhein-Westfalens im Rahmen des Projektes „FrauenOrte NRW“.

Bettina Heinen-Ayech wuchs als Tochter des Journalisten und Dichters Hanns Heinen (1895-1961) und der Solinger Salondame Erna Heinen-Steinhoff (1898-1969) in den Häusern der Solinger Künstlerkolonie „Schwarzes Haus“ auf. Dort lernte sie ihren wichtigsten Lehrer und Mentor, den Maler Erwin Bowien (1899–1972), kennen. Zusammen mit Bowien und später Amud Uwe Millies (1932–2008) bildete sie das „Maler-Dreigestirn“ von Solingen.

Bereits im Alter von 18 Jahren erregte die Malerin Aufmerksamkeit, als sie an der ersten großen internationalen Kunstausstellung der jungen Bundesrepublik neben Karl Schmidt-Rottluff, Paul Klee, Max Beckmann, Max Ernst, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz teilnehmen durfte.

Die Pleinair-Malerin entwickelte einen ganz eigenen Aquarellstil. Pleinair-Malerei ist das Malen im Freien, um die natürlichen Licht- und Farbverhältnisse direkt einzufangen. Dabei steht das Motiv im vollständigen Blickfeld des Künstlers, im Gegensatz zur Ateliermalerei, bei der Bilder nach Studien oder Fotos  gemalt werden.

Nach intensiven Reisen durch Europa und einem längeren Aufenthalt in Ägypten ließ sie sich in Algerien nieder. Vor allem aber waren es ihr Mut, ihre unstillbare Neugier und ihr ungestümer Enthusiasmus, die es ihr ermöglichten, die Welt von Norwegen bis Sylt und von Paris bis Algerien immer wieder neu zu sehen und malerisch zu erfassen. Ihr Leben glich einem Abenteuerroman, das sie ganz der Malerei und der Völkerverständigung widmete.

Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl ihrer Werke, ergänzt durch Arbeiten weiterer Protagonisten der historischen Solinger Künstlerkolonie. Der Ort der Ausstellung ist etwas sehr Besonderes: Die Wasserburg im Langenfelder Stadtteil Wiescheid stammt aus der Zeit um 1300 und wurde durch den Förderverein „Wasserburg Haus Graven e.V.“  im Jahr 2011 als Kulturstätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie liegt nur wenige Kilometer von der Künstlerkolonie entfernt – und immer wieder haben die Künstler der Kolonie die Wasserburg als Motiv genutzt.

Wasserburg Haus Graven e.V.
Haus Graven 1 | 40764 Langenfeld | Samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr
Sowie Gruppentermine nach Vereinbarung
Eintritt frei

www.haus-graven.de
www.bettina-heinen-ayech-foundation.com

© Text und Fotos: Marc Peschke