GFjK Baden-Baden | 29.03. – 05.10.2026 | Karl Manfred Rennertz u.v.a. | Eröffnung Fr, 27.03.2026; 19 Uhr

Am Sonntag 29. 03. 2026 eröffnet die Gesellschaft der Freunde junger Kunst vor dem Alten Dampfbad am Marktplatz in Baden-Baden um 11°° Uhr die inzwischen traditionsreiche Außenausstellung „scultura 2026“.

Als im Sommer 2021 die erste Skulpturenausstellung am Florentinerberg und rund um das Alte Dampfbad herum organisiert wurde, stand die Kunstszene allgemein noch ganz unter dem Schock der Ausstellungsschließungen wegen der Corona-Epidemie. Hier unter freiem Himmel wurde ein Präsentations-Format gefunden, welches Kunstgenuss möglich machte unter Bedingungen, die Ansteckungen mit dem Virus vermieden.

Der große Zustrom von zunächst gut 30.000, im letzten Jahr dann über 50.000 Kunstfreundinnen und -freunden hat den Kunstverein in seiner Arbeit bestätigt und Mut gemacht, auch in diesem Jahr wieder ein Projekt mit 18 Kunstschaffenden zu  wagen.

Die Kuberas-Stiftung für das Wahre-Gute-Schöne unterstützt das Projekt und hat den Kunstpreis „Baden-Badener-Rabe“ gestiftet, der 2 besonders gelungene Werke auszeichnen wird. Eine Jury, welcher Dr. Daniel Zamani vom Museum Frieder Burda, Markus Brunsing als Vertreter der Stadt Baden-Baden und Frank Heinsohn als Vertreter der Stiftung angehören, wird die Auswahl treffen. Für die jungen Talente in dieser  Ausstellung ist es ein besonderer Ansporn, mit einem hervorragenden Werk dabei zu sein.

Das Konzept der Kuratoren Martin Pöll und Karl Manfred Rennertz vereint junge Kunstschaffende, die am Beginn ihrer Karriere stehen mit international bekannten Klassikern der Kunstszene (Bernar Venet (F), Markus Lüpertz, Klaus Prior). 

Zahlreiche Arbeiten wurden exklusiv für diese Präsentation geschaffen. Zsolt Berszán (Rumänien)  hat sogar vor Ort in eine Baumkrone im verträumten Garten am Florentinerberg sein Werk eingepasst. Natürlich in Absprache mit dem Gartenamt und ohne Verletzung des Baums. Die Materialien sind vielfältig: Stein, Stahl, Eisenguss, Aluminium, Holz, Beton, LKW-Plane, Silikon, Bronze und deren Kombinationen. Die Themen reichen vom frechen Realismus eines Markus Lüpertz bis zu den minimalistischen schweren Stahlblöcken (2,4 t) von Markus Strieder. Der „Himmel auf Erden“ von Susanne Egle auf leichter LKW Plane, oder die „Widerständige“ aus schwerem Gusseisen von Klaus Prior. Grob zugerichtet die rote Holzkugel (1t Eichenholz) von K M Rennertz, oder fein austariert „reaching high“ von Eric Decastro. Fast zeichnerisch fräst Uli Wolff seinen Frosch in große Edelstahlplatten und bei Martin Pöll galoppiert ein vielbeiniges Pferd aus dem Eichenholz heraus. Beton ist wieder beliebt bei Nina Laaf, Max Bernhard und Manfred Emmenegger-Kanzler, aber jedes Mal völlig anders zu künstlerischem Leben erweckt, dieser spröde Baustoff.  Höchst elegant die bronzene „Menschenbank“ von Max Seiz, sperrig und voller Energie, „Kraftfluss“, bei dem Georg Friedrich Wolf  Stahlträger mit Gewalt in ihre Form zwingt. Spitzige stählerne „Angles“ von Bernar Venet (F) und mysteriös die „Skala“ seines Landsmanns  Germain Roesz (F). Glatt und seidig wird Carrara-Marmor unter den Händen von Ralf Schira, dagegen wirkt die Aluminiumform, die Max B. Werner aus der großen Mauer wachsen lässt, eigenartig amorph und geheimnisvoll. Die Ausstellung lebt von den Gegensätzen, von der Vielfalt der Ideen und Bildhauermaterialien.

Von Palmsonntag bis Anfang Oktober ist die Ausstellung am Florentinerberg durchgehend geöffnet und der Eintritt frei.