“Für einen Staat, der von Dagobert Duck & Co. geführt wird, ist sicherlich kein Platz im American Way of Life. Ergo:
This is not America.“
So war der Abschluss von Teil 1 unserer Hinkelstein-Doppelfolge.
Für Teil 2 hatten wir uns ja vorgenommen, die seit dem Jahreswechsel noch ausstehende Abrechnung mit Trumps Politik des letzten Jahres nachzuholen. Diesem Versprechen werde ich also nachzukommen versuchen, soweit dies irgendwie möglich ist – angesichts der weiterhin turbulenten Trump-Polit-Show, die immer wieder mitreißend ist, auch in ihrer gekonnten Mischung aus Realität und Satire.
König Donald führt uns zurück in vergangene Zeiten, als festliche Kronen modisch noch zum guten Ton gehörten.
Dabei erinnern wir uns an eine nicht gar so ferne Epoche, als gute Rockmusik noch zum guten Ton gehörte.
Aerosmith lieferte uns dazu die geniale Verbindung: Kings and Queens. (1977; Live-Video von 2022)

Nachdem wir weiterhin warten sowohl auf eine international-politische als auch auf eine innenpolitisch sich klar und laut artikulierende Gegenbewegung zu Trumps Kulturkampf gegen den Geist der Demokratie und der Freiheit, können wir leider nicht ausschließen, dass der Titel unserer Hinkelstein Doppelfolge “This is not America“ sich als hilfloses Wunschdenken, als rein zweckoptimistische Fehleinschätzung herausstellt.
Zwar gibt es also eine Gegenbewegung gegen die Politik Trumps,
gegen dessen narzisstischen Größenwahn,
gegen den antidemokratischen und autoritativen Gesamttrend
gegen die Wirtschafts- und Zollpolitik auf Kosten der amerikanischen Bevölkerung
gegen die Gleichschaltung von Staat und Kultur in den USA und
gegen die Zerstörung der politischen Institutionen der “Weltgemeinschaft“
und und und.
Der schöne Slogan dieser Bewegung lautet ja bekanntlich: No Kings!

Nach der Rede von Präsident Donald J. Trump beim Welt-Wirtschafts-Gipfel in Davos gehe ich davon aus, dass auch die unter diesem Motto Protestierenden ihren Willen bekommen werden – denn Donald Trump ist nicht der Burger-King, wie ich in einem früheren Hinkelstein mal vermutet hatte, Donald Trump ist viel mehr:
Seine Rede, die noch deutlich wirrer war als meine Aufzählung oben, können wir so zusammenfassen:

Bild oben: „Muss man Donald Trump so langsam in eine Reihe mit Caligula und Nero stellen?“ © Doug Chayka
(Die ZEIT; 20.01.2026: „Hätte Shakespeare auch nicht besser hinbekommen„; Beitrag von Nils Markwardt)
„ICH Donald Trump – Kaiser und Gott“
Für alle, die sich genauer und aktuell befassen wollen mit der amerikanischen Innen- und Außenpolitik und auch der Trump-Polit-Show, empfehlen wir unbedingt die ZDF-Podcast-Serie „Der Trump-Effekt“. Drei Vollprofi-Journalisten mit viel internationaler Erfahrung reden hier zu unserem Thema Klartext, wie dies im heutigen deutschen Fernsehen nur selten zu erleben ist. Dabei ist auch Elmar Theveßen, Leiter des ZDF-Studios in Washington, bei dem man sich wundert, warum er ob seiner deutlichen Worte nicht längst von Trump persönlich ausgewiesen wurde – um dann mit hochgerüstetem ICE-Begleitschutz über die Grenze verbracht zu werden.
Jetzt ist Donald Trump in Davos – auf dem jährlichen WWF-Gipfeltreffen der globalen politischen und wirtschaftlichen Elite. Alle erwarteten einen Hurrikan, den der große Zampano schon einleitete, als er die historisch größte US-Delegation vorausschickte, die es jemals in Davos gab. Dass er dann sogar vor seiner eigenen Anreise fleißig via Truth Social und andere Kanäle seine europäischen Gesprächspartner mit Hohn und Spott großzügig übergoss, war schon fast keine Nachricht mehr; wir haben uns daran gewohnt.
Genauso wie wir uns daran gewöhnt haben, dass in der Berichterstattung über Trumps Eskapden immer weniger unterschieden wird zwischen Ernst und Satire. Politik und Entertainment werden zunehmend inhaltlich gleichbehandelt und gehen fließend ineinander über. Schon in seiner ersten Amtszeit wurde Trump hier in Europa von den Medien , auch von der hiesigen Politik, oft nicht wirklich ernst genommen. Ein Fehler, wie ich damals schon behauptet habe. Heute jedenfalls wissen wir es sicher: der Popstar Donald Trump ist gefährlich. Er war damals und ist heute der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – er ist der mächtigste Politiker dieser Welt.
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump den Weltwirtschaftsgipfel in Davos besucht und dort, so erinnern sich zwei der Journalisten im der neuesten ZDF-Podcast-Folge (Nr. 40, vom 20.01.2026) hatte er auch schon eine revolutionäre Rede gehalten, von der anwesende Wirtschaftsbosse – und Experten sagten, dass Trump über weite Teile seiner Rede erschreckenden Unsinn erzählt habe, um sich dann jedoch mit lautem Applaus und unterwürfigen Gesten zu bedanken beim mächtigsten Mann der Welt, mit dem “man es sich ja nicht verderben sollte“ und wollte.

Inzwischen befinden sich deutsche Politiker und Wirtschaftsbosse auf einem Weg, sich ehrlich zu machen: mit Autokraten kommt man ja schon irgendwie zu recht, mit einem derart unberechenbaren und sprunghaften Autokraten aber kaum, denn das ist schlecht fürs Geschäft.
Auch die Politiker haben inzwischen realisiert, das es nicht möglich ist, die Institutionen der (zumindest formal auf gemeinsame demokratische Werte verpflichtete) Weltgemeinschaft (UNO, IGH. NATO etc.) einfach zu ersetzen durch Deals.
Längst ist Zeit für Europa, wie im militärischen Bereich endlich begonnen, erwachsen und dabei gar unabhängig(er) zu werden:
Zwar werden wir, da es ja keinen europäischen Patriotismus gibt, wohl keinen European Independence-Day erleben. Auch brauchen wir hoffentlich keine Vereinigten Staaten von Europa; ein Projekt das etwa 100 Jahre brauchen würde, um die europäischen bürokratischen Prozesse zu durchlaufen. Und doch ist Europa, als ganzes gesehen, noch immer eine wirtschaftliche Großmacht, vor allem auch im Handel – Europa muss irgendwie allein zurecht kommen!
Andernfalls geht wohl die Integration von Politik, Gesellschaft, Comic, Märchen und ScienceFiction durch die alles integrierende Popkultur einfach so weiter – volle Kraft rückwärts – bis man dann eines nicht allzu fernen Tages auf schwere Tonscheiben meißeln wird:
“ICH Donald Trump – Kaiser und Gott“
Angesichts dieser Gefahr bleiben wir besser hier in unserem kleinen gallischen Dorf der Kunst: Uneinnehmbar wie immer.
Inzwischen arbeitet Miraculix sogar an einer noch verbesserten Mischung des kraftspendenden Zaubertranks, der dann in Massenproduktion hergestellt werden kann. Technische Unterstützung bekommt er dabei von Daniel Düsentrieb und nicht zuletzt auch von Doc Emmet Brown, dem legendären Erfinder des Flux-Kompensators, der Zeitreisen ja erst möglich machte: wir erkämpfen uns unsere Freiheit zurück – wir wollen
Zurück in die Zukunft !
Mit kerngesundem Zweckoptimismus hoffen wir darauf, auch in der Zukunft wieder
gute Nachrichten liefern zu können aus der Kunst, die es in der heutigen Vergangenheit jedenfalls noch gibt:
Neu am 25. Januar 2026: | Künstler | Boris Petrovsky u.a.: | 30.01. – 11.04.2026 | Galerie Watson, Hamburg: | Wasser.
Neu am 25. Januar 2026: | Kunstmuseum Karlsruhe | 23. 05. – 04.10.2026: | Expressiv! Grafik von Dürer bis Schlichter
Neu am 25. Januar 2026: | Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen | Do, 05. Februar, 15 Uhr: »Kunst, Kaffee & Kuchen« Kuratorinnenführung mit anschließendem Kaffee und Kuchen in der Ausstellung »Dem Himmel so nah – Wolken in der Kunst«, mit Dr. Petra Lanfermann
Neu am 25. Januar 2025: | Newsletter Hinkelstein: | Hinkelstein 66 | 25.01.2026 |„This is not America“, part two