The Screen: Drei Positionen zu KI und Kunst

ZKM Karlsruhe | bis – 26.04.2026 | ZKM Lichthof 8

Was bedeutet es, wenn Maschinen Träume haben? Was geschieht mit der Poesie, wenn sie nicht mehr nur von Menschen, sondern auch von Künstlicher Intelligenz geschrieben wird? Können KI-Agenten schöpferisch sein? Diese Fragen stellt THE SCREEN anhand von drei künstlerischen Positionen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz auseinandersetzen. Mit THE SCREEN entsteht im Lichthof 8 des ZKM ein neues Format – ein Ort, der internationale Medienkunst erlebbar macht und zugleich zum Verweilen und Beisammensein einlädt.

Bild oben: © Refik Anadol © Foto: ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Chiara Bellamoli

THE SCREEN präsentiert auf einer monumentalen LED-Wand über sechs Wochen hinweg Arbeiten von Refik Anadol, Sasha Stiles sowie den am ZKM beschäftigten Künstlern und Entwicklern Daniel Heiss, Bernd Lintermann und Marc Schütze. Im Zentrum steht ein 8,5 × 6 Meter großer, über zwei Stockwerke reichender Screen, auf dem im Zwei-Wochen-Takt drei künstlerische Positionen zu sehen sind, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Künstlicher Intelligenz befassen.

6 Wochen – 3 Kunstwerke – 1 Screen 

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

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Sechs Wochen KI und Kunst im Großformat:
ZKM | Karlsruhe startet „THE SCREEN“


Mit „THE SCREEN” eröffnet das ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe ein neues Format im Lichthof 8: Über sechs Wochen hinweg werden auf einer großformatigen LED-Wand drei künstlerische Positionen präsentiert, die sich auf unterschiedliche Weise mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen. Besucher:innen können in visuelle Datenströme eintauchen, KI beim Schreiben von Gedichten erleben oder verfolgen, wie autonome KI-Agenten in Echtzeit ein Kunstwerk hervorbringen. „THE SCREEN” versteht sich nicht nur als Präsentationsfläche für Medienkunst, sondern als Ort, an dem wir Zeit verbringen können – mit Kunst und mit anderen.

THE SCREEN
Drei Positionen zu KI und Kunst

13. März – 26. April 2026
ZKM | Lichthof 8

6 Wochen – 3 Kunstwerke – 1 Screen
Für sechs Wochen wird der Lichthof 8 des ZKM | Karlsruhe zu einem Ort, an dem man Kunst erleben und Zeit miteinander verbringen kann. Im Zentrum steht eine 8,5 × 6 Meter große, über zwei Stockwerke reichende LED-Wand, auf der im Zwei-Wochen-Takt drei künstlerische Positionen zu sehen sind, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit Künstlicher Intelligenz befassen.

Sitzgelegenheiten und eine Bar verwandeln den Raum zugleich in einen offenen Ort zum Verweilen, Beobachten und Austauschen. „THE SCREEN“ lädt dazu ein, Kunst nicht nur kurz zu betrachten, sondern Zeit mit ihr zu verbringen. Freitags und samstags bleibt die Installation daher bis 22 Uhr geöffnet.

13.–27. März 2026 | Refik Anadol: Im Wirbel unsichtbarer Daten

Bild links: © Refik Anadol, Foto: ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe

Den Auftakt macht der türkisch-amerikanische Medienkünstler Refik Anadol, einer der bekanntesten Vertreter datenbasierter Medienkunst. Seine großformatigen, immersiven Screen-Installationen haben den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Kunstkontext einem breiten Publikum bekannt gemacht. Seine „Data Sculptures“ machen die Komplexität von Datenprozessen, die unsere Gegenwart prägen, visuell und räumlich erfahrbar. Das Werk ist eine Leihgabe der Art Collection Telekom.

Sasha Stiles: Die Verwandtschaft von Poesie und KI 
28. März – 10. April 2026
Es folgt die kalmykisch-amerikanische Dichterin und KI-Forscherin Sasha Stiles, die künstliche Intelligenz als Co-Autorin in ihren Schreibprozess einbezieht und deren Arbeit zuletzt auch im MoMA in New York zu sehen war. In ihrer Praxis untersucht sie, wie sich Sprache, Autorschaft und Kreativität im Zeitalter Künstlicher Intelligenz verändern. Poesie und Künstliche Intelligenz versteht sie dabei nicht als Gegensätze, sondern als eng miteinander verbunden. KI begreift sie als mögliche Erbin der Poesie, die sie als eine der ältesten Technologien zur Speicherung und Weitergabe von Wissen versteht. Gemeinsam mit ihrem KI-Alter Ego „Technelegy“ erforscht sie seit 2018 die Frage, was es bedeutet, im Zeitalter Künstlicher Intelligenz menschlich zu sein.

Daniel Heiss, Marc Schütze: Agent Provocateur (2026)
11 .– 26. April 2026

Das eigens für THE SCREEN konzipierte Werk Agent Provocateur der ZKM-Künstler und -Entwickler Daniel Heiss und Marc Schütze bietet Besucher:innen die Möglichkeit, selbst an der Entstehung eines Medienkunstwerks mitzuwirken. In dieser neuen Arbeit für THE SCREEN stehen sogenannte KI-Agenten im Mittelpunkt: Programme, die Aufgaben autonom im Auftrag von Nutzer:innen ausführen können.


Agent Provocateur
15.–26. April 2026

In der experimentellen Installation Agent Provokateur von Daniel Heiss und Marc Schütze interagieren mehrere KI-Agenten: Die auf generativen Algorithmen basierenden Softwaresysteme verfügen über ein gewisses Maß an Entscheidungsautonomie und übernehmen kreative Aufgaben, die für die Konzeption und Umsetzung des Kunstwerks grundlegend sind. Sie holen Informationen ein, erzeugen Bilder und Klänge und treffen Regie- und Kompositionsentscheidungen. Die Interaktion der Agenten richtet sich dabei nicht auf ein vorab definiertes Ergebnis. Vielmehr entstehen im kontinuierlichen Austauschprozess immerzu neue Bild- und Klangwelten, sodass das Werk sich in einem permanenten Prozess der Veränderung und Neuformierung befindet.

Bild links: © ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Saskia Hahn

Die Informationen, die sie für die Erstellung des Werkes benötigen, beziehen die Agenten sowohl aus der unerschöpflichen Datenmenge des Internets als auch aus ihrer unmittelbaren Umgebung: Kameras und Sensoren erfassen die anwesenden Personen und generieren Daten*, die in die laufenden Prozesse integriert werden können. Die Besuchenden sind somit in das Geschehen einbezogen. Ihre Daten werden Teil des künstlerischen Materials, von dem sich die Agenten gemäß ihrer getroffenen Entscheidungen bedienen können.

Neben der LED-Wand, auf der das sich fortwährend neu bildende Werk zu sehen ist, machen zusätzliche Bildschirme den kreativen Prozess der KI-Agenten sichtbar. Die einzelnen Vorschläge und Entscheidungen werden hier nachvollziehbar, gleichzeitig können die Besucher:innen selbst Vorschläge einbringen, die jedoch nicht automatisch übernommen werden. Ein Spannungsfeld eröffnet sich: Einerseits haben die Agenten die Freiheit, sich für oder gegen einen Vorschlag zu entscheiden, ihre Aktionen sind nicht vorhersehbar, andererseits basiert ihre Handlungsmacht auf dem Input des Menschen. Somit regt Agent Provokateur dazu an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob hier eine neue Form von Autonomie entsteht oder ob autonome KI-Systeme nicht doch den Status eines künstlerischen Werkzeugs einnehmen – wenn auch eines sehr komplexen, äußerst leistungsfähigen Werkzeugs.

Öffnungszeiten
Mi, Do, 10 – 18 Uhr | Fr, 10 – 8 Uhr sowie 18:30 – 22 Uhr
Sa, 11 – 18 Uhr sowie 18:30–22 Uhr
Sonntag: 11 – 18 Uhr

Eintritt
Museumseintritt, ab 18:30 Uhr: 5 Euro
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