Marc Peschke | Eröffnung am Europatag, Sa, 09.05.2026; ab 14 Uhr
Ein Tempel für den Dialog über Europas Zukunft
Mit dem EUROPA-TEMPEL „GLYPTOTHEK ETSDORF“ in der ländlichen Oberpfalz eröffnet nun ein Ort für Kunst und Kultur, der weit über traditionelle Museumsformate hinausgeht. Als Raum der sozialen, politischen und kulturellen Reflexion zu den Fragen der europäischen Identität wird der Tempel zu einem Zentrum für den Dialog über die Zukunft Europas. Inmitten einer Region abseits der großen Kunstmetropolen ist hier ein Vorzeige-Projekt entstanden, das Kunst als lebendigen Diskurs versteht – als Werkzeug zur gesellschaftlichen Veränderung.

Der EUROPA-TEMPEL „GLYPTOTHEK ETSDORF“ ist kein Museum, sondern ein kulturwissenschaftlicher Denk-Raum, ein Raum der Auseinandersetzung mit den politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen Europas. Es geht um die aktive Reflexion über die Werte und die Verantwortung Europas in einer zunehmend komplexen Welt. In einer Zeit der globalen Krisen und gesellschaftlichen Polarisierung ist es ein Ort, an dem Besucher über Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Zukunft Europas nachdenken können.
„Der EUROPA-TEMPEL versteht sich als ein Ort des Diskurses über Demokratie und Europa, als ein Ort für Partizipation und Bürgersinn. Sie schafft Raum für Kommunikation und Gemeinschaft, für Austausch, Kreativität und gemeinschaftliches Handeln. In diesem Sinn gehört das Projekt in den Bereich der Public Art: Es ist ein öffentliches Kunstwerk, geschaffen für die Allgemeinheit“, erklärt Wilhelm Koch, Museumsleiter und 1. Vorstand des Vereins der Freunde der GLYPTOTHEK ETSDORF OBERPFALZ e.V.
Schon 2010 wurde hier in Etsdorf, einem Teil der Gemeinde Freudenberg, unweit der Europastraße E50 Prag-Nürnberg-Paris das TEMPEL-MUSEUM ETSDORF im ehemaligen Schulgebäude eröffnet, wo Themen, Hintergründe und Bezüge zur Idee Europas vermittelt werden – das Impulsprojekt für den EUROPA-TEMPEL, der nun auf einer Anhöhe, dem „Alten Berg“, mit deutlichem Bezug auf griechische Tempel- und Säulenarchitektur eröffnet wird.
Das altgriechische Motiv der Säulenhalle wird in Form eines Hains aus 47 Säuleneichen aufgenommen. Die Eichen stehen stellvertretend für die 47 Länder des Kontinents Europa. Das Projekt nimmt Bezug zum Aphaia-Tempel auf der griechischen Insel Ägina und versteht sich als ein gesamteuropäisches „denk mal“ für die Bürger und Bürgerinnen Europas, das nach der Ruhmeshalle in München (für bayerische Persönlichkeiten) und der Walhalla in Regensburg (für deutschsprachige Persönlichkeiten) den Blick transnational erweitert.
Träger ist die „Stiftung Glyptothek Etsdorf Oberpfalz“. Der „Verein der Freunde der Glyptothek Etsdorf“ unterstützt die Realisierung, den Unterhalt und den Betrieb. Das Projekt wird durch ehrenamtliche Helfer, Sponsoren, Säulenpaten, Tempelpaten, Paten von „Bausteinen der Demokratie“, Unternehmen und einer LEADER Förderung ermöglicht.
Die Baugenehmigung wurde 2009 erteilt und 2022 erneuert. Der „Volksspatenstich“, bei dem die Bevölkerung zahlreich mithalf, erfolgte vorab am 12. September 2010, zum 2499igsten Jahrestag der Schlacht von Marathon anlässlich der Eröffnung des TEMPEL-MUSEUMS ETSDORF. Die Grundsteinlegung erfolgt am Europatag, 9. Mai 2025, Ausführung und Pflanzung im Jahr 2025. Mit dem EUROPA-TEMPEL wird ein Ort für Gesamteuropa mit allen 47 Staaten geschaffen. Der Tempel, ein über mehr als 25 Jahre bürgerschaftlich verfolgtes Projekt, ist ein Symbol für 2500 Jahre Demokratie und für den europäischen Gedanken.
Tempel und Museum erfüllen mehr als eine historische oder kulturelle Funktion – beide sind Orte der Selbstvergewisserung, der Reflexion und der Zukunftsgestaltung.

Der „europäische Gedanke“ steht für Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und kulturelle Vielfalt. Diese Ideen sind Ergebnis jahrhundertelanger Konflikte, Entwicklungen und gemeinsamer Lernprozesse. Ein Tempel und ein Museum, welche diesen Gedanken in den Mittelpunkt stellen, machen diese komplexe Geschichte sichtbar und erfahrbar.
Europa ist geprägt von einer Vielzahl an Sprachen, Traditionen und historischen Erfahrungen. Deshalb ist es wichtig, die verbindenden Elemente hervorzuheben: die philosophischen Wurzeln der Aufklärung, die Lehren aus den Weltkriegen oder die Entstehung von Kooperation und Integration. Tempel und Museum können diese Zusammenhänge auch auf dem Feld der Bildenden Kunst vermitteln und so ein Gefühl für die gemeinsame Verantwortung schaffen.
Gerade heute ist die Aktualität des Etsdorfer Tempels und Museums hoch. In Zeiten von Populismus, wachsendem Nationalismus und gesellschaftlicher Polarisierung geraten die Grundwerte Europas unter Druck.
Tempel und Museum – soziokulturelle Kunstprojekte in 26-jähriger Eigeninitiative – können hier als Bildungs- und künstlerischer Begegnungsort wirken. Sie laden mit Ausstellungen und Programm ein, über die Frage nachzudenken, wie Europa in den kommenden Jahrzehnten aussehen soll. Sie können Impulse geben, Visionen und Perspektiven für die Zukunft eröffnen.
So kann man nun in Etsdorf mit EUROPA-TEMPEL und EUROPA-MUSEUM einen dauerhaften Zweiklang aus Ausstellungshalle und Baukunstwerk erleben! Es werden Europakunstwerke bedeutender Künstler und Künstlerinnen zu sehen sein.
Hiermit möchten wir Sie zur Eröffnung herzlich einladen:
Eröffnung am Europatag, Samstag, 09. Mai, ab 14 Uhr:
Beginn 14 Uhr: Lawaschkiri, Musik aus allen Ecken des Kontinents
ab 15 Uhr:
– Begrüßung Wilhelm Koch, Künstler/Initiator und 1. Stiftungsvorstand
– Festredner: Albert Füracker, MdL, Staatsminister der Finanzen und für Heimat
– Landrat Richard Reisinger, Förderstelle für die LEADER-Förderung
– MdL Harald Schwartz, Förderinitiative Tempel-Museum
– MdL Bernhard Heinisch, Förderinitiative Tempel-Museum
– Bürgermeister Reiner Wiedenbauer, Gemeinde Freudenberg
– Segnung durch Dekanin Veronika Zieske, Pfarrer Moses Gudapati, Apostolos Malamoussis – Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland
Für das leibliche Wohl ist gesorgt. Auf dem Gelände gibt es Parkmöglichkeit.
© Wilhelm Koch / Marc Peschke
© Bilder in diesem Beitrag: Andrea Schosser