Wilhelm Loth – Figuration 1949–1979

Städtische Galerie Karlsruhe | 16.12.2020 – 16.05.2021

Wilhelm Loth: Büste, 1951
Städtische Galerie Karlsruhe,© Foto: Heinz Pelz
Wilhelm Loth: Zeichenhaftes Paar, 1950
Städtische Galerie Karlsruhe, © Foto: Heinz Pelz

Bildhauer, deren eigentliches Metier das räumliche Gestalten ist, arbeiten regelmäßig auch auf Papier. Im Medium der Zeichnung entstehen Vorstudien für Skulpturen und Plastiken, in denen sie bestimmten künstlerischen Überlegungen nachgehen, oder parallel dazu autonome Kunstwerke schaffen. Von der Zeichnung ist es ein kurzer Weg hin zur Druckgrafik mit den eher feinen Strukturen der Radierung oder den weichen Linien der Lithografie.

Der Holzschnitt wiederum ist in Bezug auf die technische Ausführung der Bildhauerei nahe, zeichnet sich jedoch durch eine entschiedene Flächigkeit aus.


Wilhelm Loth, einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Nachkriegszeit, schuf im Laufe von fünf Jahrzehnten ein umfangreiches, unverwechselbares Werk, in dessen
Zentrum der weibliche Körper als Torso steht. Dieses Thema beschäftigte ihn auch in seinen Zeichnungen und Aquarellen sowie in den Drucktechniken Holzschnitt, Radierung und Lithografie.

Wilhelm Loth: Torso, 1974
Städtische Galerie Karlsruhe,
© Foto: Heinz Pelz

Seine frühen Papierarbeiten, in denen sich auch Bildnisse oder ganzfigurige Darstellungen
finden, spiegeln seinen Weg auf der Suche nach einer abstrahierten, eigenständigen
Darstellungsweise.
Nachdem die Städtische Galerie Karlsruhe Loth 2001 eine umfassende Retrospektive
seines plastischen Werks widmete, nehmen wir nun seine Blätter in den drei genannten Drucktechniken
in den Fokus dieser Präsentation. Die Abzüge mit oft niedrigen Auflagen kamen
2019 als Schenkung seines Neffen Alexander Heil in die Städtische Galerie Karlsruhe.