Ralf Gudat: The black, the green and the white gold – Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2020

Städtische Galerie Karlsruhe | 13.03. – 04.07.2021
Foto-Impressionen der Ausstellung von Paul Gärtner

Ralf Gudat: Teil des Problems, 2020
Foto: Paul Gärtner

Ralf Gudat ist in der Bildenden Kunst und der Klangkunst gleichermaßen zuhause. In der Ausstellung „The black, the green, and the white gold“ begegnen sich die gestisch-freie Malerei und die experimentelle Musik des jungen Künstlers. Die sprechenden Titel seiner malerischen wie musikalischen Werke zeugen von einer aufmerksamen Betrachtung seiner Umwelt.

In der Koje im ersten Obergeschoss der Städtischen Galerie Karlsruhe präsentiert er mit seinen Wandarbeiten, selbst komponierten Musikstücken und einer Videoarbeit ein vielschichtiges Werk, das eine Beschäftigung mit Netzwerken und netzwerkartigen Strukturen eint. Dahinter steht ein Interesse für Visualisierungsstrategien, mit denen auch Karten oder Luftaufnahmen arbeiten. Der Farbauftrag der vier großen und mehreren kleinformatigen Gemälde gleicht einer Spurensuche und schafft Räume von atmosphärischer Dichte. Rhizomartig ziehen sich zarte Linien über durchscheinende Lasurschichten, um sich zu farbigen Zentren zu verdichten.

In seinem musikalischen Werk greift Gudat auf die Musikinformatik zurück, bei der Methoden der Signalverarbeitung oder computergesteuerten Komposition zum Einsatz kommen. Cluster und Kurven, Linien und sich auflösende Muster – diese Merkmale der experimentellen Musik im digitalen Zeitalter kennzeichnen auch seine Malerei. Die Videoarbeit „Wolfgang“ zeigt die Aufnahme eines Konzerts von Wolfgang Petry, das 1998 „auf Schalke“, d. h. im Fußballstadion in Gelsenkirchen, stattgefunden hat. Ohne Ton konzentriert sich der Blick auf den Rhythmus der wogenden Menschenmenge, die sich im Klang der Musik bewegt.

Ralf Gudat: views, 2021
Foto: Paul Gärtner
Ralf Gudat. fotosearch, 2019
Acryl, Öl auf Leinen, 38 x 24 cm

Ralf Gudat, 1989 in Rastatt geboren, studierte zwischen 2012 und 2017 Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 2019 schloss er sein Studium als Meisterschüler bei Ulla von Brandenburg ab. Es folgte 2019/20 ein Gaststudium an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Wolfgang Rihm. 2020 wurde ihm der Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung verliehen. Die Auswahl für dieses Stipendium traf das Professor*innenkollegium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Mit dem Preis verbunden ist eine Ausstellung im ersten Obergeschoss der Städtischen Galerie Karlsruhe. Durch die unmittelbare Nachbarschaft zur ständigen

Sammlung ergeben sich spannende Bezüge zu ausgewählten Positionen der Kunst nach 1945 und zu Professor*innen der Karlsruher Akademie.