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Museum im Prediger Schwäbisch-Gmünd | 23.06. – 06.10.2024 | Emanuel Leutzes Freundschaftsbilder

Der 1816 in Gmünd geborene Maler Emanuel Leutze widmete sich mit besonderer Freude der Darstellung von Freunden, Bekannten, Malerkollegen und Familienmitgliedern. Der Aufhänger für die Ausstellung ist eine Neuerwerbung für die Museumssammlung: Das Porträt des Friedrich Wilhelm Hütz von 1863.
Hütz war ein rheinischer, in Südamerika zu Vermögen gekommener Geschäftsmann. Gemäß der Inschrift entstand das Gemälde als Preis für ein Vielliebchen 1862 in Düsseldorf. Die Ausstellung vermittelt ein Zeitporträt aus Leutzes künstlerischem Blickwinkel, eine Geschichte über Freundschaft, Liebe und die Freiheit des Geistes in Deutschland nach der 1848er Revolution.

Bild links: Emanuel Gottlob Leutze (1816–1868): Friedrich W. Hütz, Öl auf Leinwand 1863, 132 × 100 cm. © Museum im Prediger, Foto: Holger Schimkat.

Emanuel Leutze wurde am 24. Mai 1816 in Schwäbisch Gmünd geboren. 1825 emigrierte die Familie nach Amerika und lässt sich in Philadelphia, Pennsylvania, nieder. Dort erhielt er seine erste professionelle Ausbildung und begann seine künstlerische Laufbahn als Porträtist. 1841 kehrte Leutze, mittlerweile 25 Jahre alt, nach Deutschland zurück, um an der Düsseldorfer Kunstakademie Historienmalerei zu studieren,  wo Wilhelm von Schadow sein Lehrer war. Indem er den für die Düsseldorfer Malerschule charakteristischen Naturalismus, die streng durchkomponierte Lichtführung und die Detailgenauigkeit mit seinem Sinn für dramatische Effekte verband, gelang es ihm, der Düsseldorfer Historienmalerei zu internationalem Ruhm zu verhelfen.

Wie keine andere Künstlerpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts vereint Emanuel Leutze auf ideale Weise die Besonderheiten der amerikanischen Malerei einerseits mit der europäischen Maltradition und den Charakteristika der Düsseldorfer Malerschule andererseits. Sein künstlerischer Werdegang wurde entscheidend geprägt von seinen Düsseldorfer Jahren 1841 bis 1858. Von Carl Friedrich Lessing (1808-1880) zu einer dem demokratischen Bürgertum verpflichteten Malerei angeregt, führte Leutze nicht nur neue politische Inhalte, sondern auch innovative kompositorische und koloristische Elemente in die Düsseldorfer Malerschule ein. Man rühmte seine lebendige Gewandtheit in der Komposition (Wiegmann, 1854), ein „rundes, saftiges, lebensfrisches Kolorit” (Müller von Königswinter, 1854) und „eine der Ursprünglichkeit nicht entbehrende kraftvolle Farbengebung“ (Walter Cohen, 1915).

Am 18. Juli 1868 starb der Künstler mit nur 52 Jahren in Washington. Leutzes breitgefächertes Œuvre umfasst Historiengemälde, Porträts, Genreszenen und Landschaftsdarstellung

Bild rechts: Henry Ritter (1816–1853): Emanuel Leutze in seinem Atelier, 1845, Lithografie, 42,2 × 29,9 cm. © Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd
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