Wie der Film das Denken fördert. Ein Dialog mit Bildern in Bewegung.

ZKM Karlsruhe: | Mi, 24.04.2024 18:00 Uhr | Vortrag

Standbild aus Stanley Kubrick, 2001: A Space Odyssey (1968), 0:32:59

Wer ins Kino geht, weiß: Filme sind nicht allein kurzweilig, sie regen auch Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Empfinden an – manchmal noch lange danach.

Die bewegten Kinobilder sind Simulationsmodelle gesellschaftlicher Vorgänge und tragen zur „Realitätsdefinition“ bei: Jede:r trägt seine eigene „Traumfabrik“ im Kopf. Wir machen uns Bilder von Wirklichkeit; abstrakte Begriffe werden in Denkbilder „rückübersetzt“. Umberto Eco sprach von „epistemologischen Metaphern“ (bildhaftem Ausdruck von Erkenntnistheorien), Vilém Flusser von den Besonderheiten technischer Bilder in der telematischen Gesellschaft.

Wie geeignet erweisen sich Filme, um Themen in ihren gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und philosophischen Zusammenhängen zu untersuchen? Im Filmexploratorium greift Wolfgang Petroll (Filmdozent am ZAK, KIT) zum 100. Geburtstag des Wissenschaftsphilosophen Paul Feyerabend (1924-94) dessen Anregungen auf und veranschaulicht sie am Beispiel ausgewählter Filmzitate (z.B. von Hitchcock, Kurosawa, Welles, Godard, Kubrick, Herzog, Burton, Tarantino).

Paul Feyerabend (1924-94), Physiker, Wissenschaftsphilosoph und -historiker, ging oft ins Kino. Zu seinen wichtigsten Schriften gehören: „Against Method“ 1975, „Erkenntnis für freie Menschen“ 1976, „Wissenschaft als Kunst“ 1984.

Wolfgang Petroll studierte Soziologie, Psychologie und Wissenschaftslehre und war in Medienkunst und Kinogewerbe tätig. Seit 2001 ist er Lehrbeauftragter für Film und Medienästhetik am ZAK des KIT und kuratiert seit 2010 zusammen mit Herbert Born, dem Betreiber des Filmtheaters Schauburg Karlsruhe, die Filmreihe „Traumfabrik“.