Hinkelstein 68 | 22.02.2026 | „Drogendealer Mark Zuckerberg?“

Hinkelstein: | 22.02.2026 | „Drogendealer Mark Zuckerberg?“

Liebe kunstportal-baden-wuerttemberg-Leserinnen und Leser,

Machen soziale Medien abhängig? In einem aufsehenerregenden Prozess musste sich Meta-Chef Mark Zuckerberg vor der Jury rechtfertigen, warum sein Konzern nicht mehr tut, um Teenager zu schützen. Die juristischen Risiken für ihn sind enorm.
(Text und Bild hier aus: focus online am 19.02.2026)

Meta-Chef Mark Zuckerberg musste in Los Angeles vor Gericht aussagen
Quelle: picture alliance / ASSOCIATED PRESS©Damian Dovarganes

Unbestritten ist inzwischen, dass Social-Media Suchtpotential haben, was insbesondere unsere schutzbedürftige Jugend gefährdet.

Und davon ausgehend, dass Mark Zuckerberg auch diesen Gerichtsprozeß persönlich und finanziell irgendwie dann doch knapp überleben wird, ist dies ja dennoch alles interessant:
Als Thema der Berichterstattung ist der Multimilliardär Zuckerberg meist in den Medien präsent – verbunden mit der weltbewegenden Frage:Ist er jetzt gerade der zweit- oder, wie langweilig, nur der drittreichste Mann dieser Erde?
[ schon in 70er Jahren, als schon armselige, popelige Multimillionäre als „reich“ galten(!). Ein Geheimnis, das ja damals ABBA enthüllt hatten, womit sie einen Riesenskandal ausgelöst hatten; alles kam ans Licht:
Money, money, money – it’s a rich mans world! ]

Nun ist mir dies völlig egal – persönlich und erst recht an dieser Stelle, an der es auch nicht um die Person Mark Zuckerberg gehen soll.

Denn die obige Schlagzeile rückt ein Themenfeld in den Fokus, das uns hier im Hinkelstein immer schon beschäftigt: Ein wenig abstrakt klingend, aber ungefähr treffend zusammengefasst:

Die radikale Veränderung unserer Welt , die Neu-Integration der Wirklichkeit durch die Digitalisierung.

(Statt ironisch-neudeutsch hier mal altmodisch-schön) Wohlfeil sind allgemeine Sprüche über die aktuellen (und sich angeblich immer schneller beschleunigenden) Veränderungen unser Welt – das klingt dann jeweils bedeutungsvoll und erklärt? Richtig: nichts.

Wie Sie es im kunstportal-bw insgesamt ja gewöhnt sind, arbeiten wir stattdessen substantiell – streng intuiitiv und (mindestens pseudo-) wissenschaftlich:

OK. Als Nebefachphilosoph frage ich konservativ im Sinne von Kants „“Reiner Vernunft:“ Was eigentlich ist der Fall? (was kann ich wissen?)
Aktuell: Was verändert sich wie? (Warum, wenn überhaupt,) ist dies wichtig?

Im Sinne von Kants „Praktischer Vernunft“ folgen dann die Fragen:
So what? (Na und?, Was solls?) oder original mit Kant: was darf ich hoffen?
Heute jedoch unbedingt zu ergänzen: was muss ich dabei unbedingt befürchten?

1. was hat sich wie verändert? die Medienwirklichkeit:
Schon das Internet hat die Medienwelt und damit auch die Lebenswelt von uns allen stark verändert; unstrittig. Die “Social Media“, allen voran facebook und Instagram, haben die Internet-Welt selbst dann nochmal weiter verändert.
Auch, dass uns allen die Medienwirklichkeit heute so unendlich wichtig erscheint, verdanken wir diesen beiden Phänomenen.

Während in meiner Jugend- und auch noch Studien-Zeit noch darüber gestritten und geforscht wurde, welche Relevanz etwa denn die Medien Fernsehen, Radio und Zeitung/Printmedien für die gesellschaftliche, politische Meinungsbildung haben, ist diese Frage inzwischen längst überholt:
Das Internet ist mit großem Abstand das Leitmedium schlechthin, weil es alles vereinnahmt/ integriert: Zeitung, Radio, TV – längst alles irgendwie Teil des Internets.

2. was hat sich sonst noch so verändert?die Lebenswelt, unsere Alltagswirklichkeit
Vieles ist schon neu; einiges kommt bald noch dazu in unserer Lebens- oder Alltagswelt: Selbstfahrende Züge und Lastwagen, selbststeuernde PKW; irgendwann bald auch selbststeuernde Ein- bis Zwei-Personen-Hubschrauber (auf Drohnenbasis).

Vollautomatische Fabriken, gesteuert bald von KI-Systemen auf der Basis sich selbst verbessernder Algorithmen …die dann auch der Urheber (Programmierer) bald selbst nicht mehr versteht.

Im kunstportal-bw ist ja der Hinkelstein bekanntlich die geniale Rubrik, in der irritierende Fragen nicht nur gestellt, sondern dann – zwecks der vollständigen Verwirrung – auch noch beantwortet werden: wir kommen zurück zu Immanuel Kants oben erwähnter Kritik der praktischen Vernunft – und geben die Antworten:

1. was darf ich hoffen? Zu Punkt 1 (s.o.). was hat sich wie verändert?
Wir hoffen: Es könnte „halt einfach nur praktisch“ sein, dass wir allen medialen Input über einen einzigen technisch alles integrierenden digitalen Weg erhalten: höchste Qualität, alles kompatibel, solange, OmG Nein!, kein Update installiert werden muss.

2. was hat sich sonst noch so verändert? – die Lebenswelt, unsere Alltagswirklichkeit
Hier hoffen wir, wenn ausnahmsweise bitte ein wenig Ironie erlaubt ist, dass alles so bleibt wie es ist: Denn dann sind technische Fortschritte eben Rationalisierungen im Sinne Max Webers: sie vereinfachen unser Leben durch mehr Komfort (selbststeuernde Autos; ist doch geil, oder?). Automatische Fabriken entlasten uns noch mehr von körperlich anstrengenden Arbeiten und bringen mehr Wohlstand für alle bei weniger Arbeit: herkömmliche industrielle Revolutionen gingen seinerzeit ja einher mit erheblichen Arbeitszeitverkürzungen und Lohnerhöhungen.
Heute geforderte Arbeitszeitverkürzungen für die Work-Life-Balance brauchen wir dann gar nicht mehr!

Ergo: was darf ich hoffen? Naja, endlich das Schlaraffenland.

Aber: oben hatte ich vorausschauend hinzugefügt, dass wir heute noch eine Ergänzungsfrage stellen sollten:

Was muss ich unbedingt befürchten?:
Nun ja: was passiert, wenn nun zufällig die ganze Digitalisierung – von der Kommunikation (mit-G5-Funk, Starlink, etc.) bishin zu den automatischen KI-optimierten Fabriken in der Hand einiger weniger superreicher Menschen befindet, denen das allgemeine Wohlergehen unter Umständen nicht gar so schrecklich wichtig ist?
Ergo. Was muss ich unbedingt befürchten?

In diesem Fall befürchten wir den globalen technologischen Totalitarismus, der seit Beginn der legendären Hinkelstein-Serie unser Leitthema ist. Wir befürchten keinen Drogendealer Mark Zuckerberg; sondern eher ein Drogenkartell …

Und dann halt doch noch, Hauptsache egal, eine Nachfrage: wie kommen wir da hin?
Damit sind wir wieder bei den eingangs erwähnten Social Media, die auch bereits nach dem Leader – Follower-Konzept funktionieren.

Wer Immanuel Kant, wer dessen „Kritik der praktischen Vernunft“ kennt, würde an dieser Stelle wahrscheinlich noch eine zweite zentrale Frage aus Kants Moralphilosophie anfügen:
Was soll ich tun? (neudeutsch: OmG, was verdammt nochmal soll ich tun?)
Das Hinkestein-Team hat sich ein einer nächtlichen Krisensitzung („schnauf, gähn,gibts hier irgendwo noch Kaffee?„) entschlossen, diese Frage selbstverständlich irgendwie und auf jeden Fall auch noch vorab zu beantworten, dazu aber prominente Unterstützung in Anspruch zu nehmen – und sogar nochmals mit Musik:
Peter Weibel & Hotel Morphelia: Wir sind Daten

Anders bei uns, im Freien Internet: Hier gibt es weiterhin jeden Tag wieder gute Nachrichten aus der Kunst; so auch heute:

Neu am 22. Februar 2026: | Künstler: | Manfred Binzer: 14. und 15.03.2026 | Atelier Altes Schulhaus Obrigheim: | Offenes Atelier Manfred Binzer
Neu am 22. Februar 2026: | Galerie Q für Kunst Schorndorf | 04.03. – 17.05.2026 | Vernissage So, 01.03.2026; 15 Uhr:
I n n e h a l t e n – Elly Weiblen, Jürgen Heinz
Neu am 22. Februar 2026: | Willkommen im kunstportal-baden-wuerttemberg: | Galerie Q für Kunst Schorndorf
Neu am 22. Februar 2026: | Neues Kunstmuseum Tübingen: | Talk-Show-Terminplan 2026: Gysis Begegnungen
Neu am 22. Februar 2026: | Willkommen zurück im kunstportal-baden-wuerttemberg: | Kunstmuseum Ravensburg | Programm/Ausstellungsplanung 2026
Neu am 22. Februar 2026: | Hinkelstein, Newsletter des kunstportals-bw | Hinkelstein 68 | 22.02.2026 | „Drogendealer Mark Zuckerberg?“