Marc Peschke | 19.11.2026 – .05. – 31.01.2027 | Galerie Mond Fine Arts, Berlin  | Vernissage Mi, 18.11.2026; 18 – 21 Uhr; Der Künstler ist anwesend

Die Galerie Mond Fine Arts Berlin präsentiert: Dieter Nuhr „Vom Verschwinden der Bilder“

Die Galerie Mond Fine Arts zeigt neue Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Dieter Nuhr. Ausgangspunkt seiner Bilder sind digitale Lochbildfotografien, deren Motive auf Reisen durch unterschiedliche Regionen der Welt entstehen. Florenz und Venedig, die Tempellandschaften Myanmars, die Gebirgswelten des Himalaya und Islands oder die Tierwelt Afrikas: Nuhr erkundet die Welt mit der Kamera, doch seine Bilder sind keine Reiseberichte. Sie erzählen davon, wie sich das Gesehene verwandelt, wenn es in die Erinnerung übergeht.

Bild oben: Michael Stich in seinem Atelier; © Foto: Egbert Haneke

Nuhrs Arbeiten bewegen sich zwischen Fotografie und Malerei, digitaler Bildgenese und analoger Materialität. Selbst programmierte digitale Pinsel verbinden sich mit Acrylfarben und physischen Eingriffen in die Bildoberfläche. In einem vielschichtigen Prozess wird das fotografische Ausgangsmaterial überlagert, verdichtet, reduziert und teilweise ausgelöscht. Farbschichten, Verwischungen und Spuren lassen Landschaften, Bauwerke und Tiere aufscheinen, um sie zugleich wieder dem Blick zu entziehen. Das Gegenständliche bleibt erkennbar, verliert jedoch seine dokumentarische Eindeutigkeit. Es entsteht eine Bildwelt zwischen Figuration und Abstraktion, in der die Fotografie als Spur des Wirklichen fortlebt und zugleich in eine eigenständige malerische Wirklichkeit überführt wird.

Bild links: Dieter Nuhr
Reminiszenz – Simbabwe Giraffe 2026 150×100

Der Titel „Vom Verschwinden der Bilder“ bezeichnet diesen Prozess und verweist auf die Flüchtigkeit unserer Wahrnehmung: Auch die Erinnerung bewahrt kein vollständiges Abbild der Wirklichkeit. Sie wählt aus, verschiebt und überformt. Einzelheiten verblassen, während andere Eindrücke umso deutlicher hervortreten. Nuhrs Malerei macht diese Bewegung sichtbar. Das fotografisch Festgehaltene wird nicht einfach ausgelöscht, sondern verändert seine Gestalt. Aus dem dokumentierten Augenblick entsteht ein subjektives Bild: eine Erinnerung, die sich von ihrem Ursprung entfernt und gerade dadurch eine neue Präsenz gewinnt.

In diesen Arbeiten begegnet uns eine Sehnsucht nach der Schönheit und Erhabenheit der Welt, ohne dass sie ins Pathetische kippt. Landschaften, Natur und Architektur erscheinen als fragile Zeugnisse einer Wirklichkeit, die sich dem vollständigen Zugriff entzieht. Das Schöne wird nicht idealisiert, sondern als etwas Flüchtiges erfahrbar, dessen Fortbestand keineswegs selbstverständlich ist. Zwischen Sichtbarkeit und Auflösung, Gegenwart und Vergangenheit eröffnen Nuhrs Bilder einen Raum der Kontemplation. Sie laden dazu ein, innezuhalten und genauer hinzusehen. Gerade dort, wo das einzelne Motiv zu verschwinden beginnt, wird etwas vom großen Ganzen spürbar.

Bild rechts: Dieter Nuhr
talien Venedig 14 2026 ,30 x 40cm

Galerie Mond Fine Arts / Marc Peschke

Galerie Mond Fine Arts
Bleibtreustraße 17
10623 Berlin-Charlottenburg

Marc Peschke
© Text und Fotos: Marc Peschke