KunsthalleTübingen | 25.06.2027 – 27.02.2028
Die Sehnsucht nach einem idyllischen Wir scheint so alt wie die Menschheit selbst. Das zeitlose Bedürfnis nach der Erfahrung eines Anderen, als Ergänzung zum eigenen Ich, wird im romantischen Liebespaar auf den Punkt gebracht. So ist das Ideal der Zweierbeziehung nicht nur fest in unserem kulturellen Gedächtnis verankert, es bestimmt bis heute auch unsere Vorstellungswelt und ist im öffentlichen Diskurs sowie in den Medien omnipräsent.

Bild oben: Sandra Vasquez de la Horra: Aymara, 2025
© Foto Markus Tretter, VG Bildkunst, Bonn 2026
Auch Künstlerinnen und Künstler haben sich seit jeher mit der Darstellung des Paares beschäftigt. Die westliche Kunstgeschichte spiegelt den gesellschaftlichen Wandel der Zweierbeziehung und die damit verbundenen Rollenbilder über die Jahrhunderte: Angefangen vom mythologischen bzw. biblischen Paar, über das bürgerliche Eheporträt und das romantische Liebespaar bis hin zur existenziellen und psychologisierenden Auseinandersetzung mit der Zweisamkeit in der Moderne. Doch wie wird das Paar heute ins Bild gesetzt?
Die Ausstellung gibt Antworten aus der Perspektive der Gegenwartskunst. Der thematisch strukturierte Parcours nimmt dabei vor allem die in der Kunst verdichteten psychologischen Dynamiken von Zweisamkeit in den Blick, wie die Paarsuche, Rituale emotionaler Intimität aber auch Erfahrungen von Entfremdung bis hin zum Verlust eines geliebten Menschen. Dabei fallen aktuelle Paardarstellungen im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Rahmen. So befragen Künstlerinnen und Künstler heute das Paarmotiv radikal, sie blicken nicht nur hinter die Fassaden moderner Partnerschaften, sondern deuten diese jenseits überlieferter Normen neu und divers aus. Nicht zuletzt wird spürbar, welche positiven wie negativen Emotionen mit dem Wir-Gefühl einhergehen.
Kuratorin: Dr. Nicole Fritz
