Kunstmuseum Ravensburg | 05.12.2026 – 29.03.2027: | EG/1./2. OG | Eröffnung, 04.12.2026; 19 Uhr

Bild oben: Charlotte Salomon, Leben? oder Theater?, 1940–1942, Ausstellungsansicht Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2023, © Charlotte Salomon Foundation, Amsterdam, Foto: Ernst Jank
Charlotte Salomons (1917 Berlin – 1943 Auschwitz) außergewöhnliches Lebenswerk entstand innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Flucht aus Berlin im Jahr 1939 im Exil in Südfrankreich. Leben? oder Theater? (1940–1942) ist ein umfangreiches Konvolut farbmächtiger Gouachen mit drehbuchartigen Szenen aus Text und Bild. In drei Akte unterteilt verknüpft das Werk Zeichnung und Malerei mit Elementen aus Literatur, Film, Theater, Musik und Philosophie. Im Wechsel von Close-Up und Totale verbindet die deutsch-jüdische Künstlerin autobiografische und fiktive Elemente zu einer virtuosen Neuerzählung ihrer Lebens- und Familiengeschichte. Die antisemitische Verfolgung und existenzielle Bedrohung im Nationalsozialismus bilden den Rahmen ihres sogenannten ›Singespiels‹, das zwischenmenschliche Beziehungen sowie Fragen nach Schicksal und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt rückt. Die Ausstellung stellt 235 der insgesamt 769 Blätter vor und gibt Einblick in ein künstlerisches Werk, das durch seine innovative Bildsprache und experimentelle Erzählstruktur besticht.
In Kooperation mit dem Jewish Museum Amsterdam. Kuratiert von Irene Faber, eh. Sammlungskuratorin, Jewish Museum Amsterdam; am Kunstmuseum Ravensburg betreut von Lea Daro.