KunsthalleTübingen | 20.03. – 29.08.2027
In einer von KI und Medien geprägten Welt ist der Körper erneut in den Fokus gerückt und das Bewusstsein für das authentische unmittelbar Erlebte gestiegen. Mit dem Ende der Avantgarden haben auch viele Künstlerinnen und Künstler bereits die Bedeutung des eigenen Körpers und damit die leibliche Wahrnehmung als Ressource und Instanz der Selbstvergewisserung neu entdeckt. Analog zu einer seit den 1990er Jahren zu beobachtenden Körperwende in den Wissenschaften haben sie den Körper nicht nur verstärkt zum Motiv erhoben, sondern auch die im Körpergedächtnis gespeicherten Emotionen und Erinnerungen – das eigene leibliche Empfinden – künstlerisch erforscht.

Bild oben: Sandra Vasquez de la Horra: Aymara, 2025
© Foto Markus Tretter, VG Bildkunst, Bonn 2026
Die Ausstellung Sensual Bodies versammelt internationale Positionen aus den unterschiedlichsten kulturellen und gesellschaftlichen Kontexten, die die körperlich emotional-sinnliche Selbstwahrnehmung, das autobiografisch Gelebte und Gespürte, in den Mittelpunkt stellen. Der thematisch gegliederte Parcours verdeutlicht, wie internationale Künstler*innen biografische, gesellchaftliche oder auch historische Bezüge am eigenen Körper erforschen und in Malerei, Skulptur, Video und andere Medien übersetzen.
Positionen wie Izumi Kato oder Eglė Budvytytė führen darüber hinaus auch vor Augen, dass Künstlerinnen und Künstler als Vorreiter eines integralen Denkens über die eigenen menschlichen Körpergrenzen hinaus wahrnehmen und sich empathisch mit anderen Spezies und der Umwelt vernetzen. Indem das Projekt auf gegenwärtige Entwicklungen wie KI-generierte normierte Schönheitsvorstellungen und Identitäten reagiert, weist es nicht zuletzt auch ins gesellschaftlich-politische Feld, indem sie für eine authentische innengeleitete Selbstbestimmung und Authentizität sensibilisiert. Ausgehend von der körperlichen Perspektive wird darüber hinaus ein umfangreiches Rahmenprogramm erarbeitet, das ein solidarisches Wir einübt und dazu beiträgt, das zu stärken, was uns als Gemeinschaft zusammenhält.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag der Buchhandlung
Walther und Franz König.
Kuratorin: Dr. Nicole Fritz
