GYJHO – vom Wunder des Lebens

GYJHO im Internet:
Website: www.gyiho.de | E-Mail: gyjho@gyjho.de

GYJHO, Foto: privat
© GYJHO, VG Bild-Kunst, 2022

„Dialektik der schöpferischen Wahrnehmung“ war im Jahr 2008 der Titel unseres ersten Porträts über Gyjho Frank – nach 14 Jahren ist es Zeit für diese Fortsetzung.

Mit vielen neuen Arbeiten und mehreren großen Ausstellungen ist der Künstler weiter unterwegs – mit dem damals schon erkennbaren vollen Programm: Wissenschaft, Philosophie, Religion und Kunst sind gleichermaßen Themen von Gyjho Frank, der diese Gesamtschau auf ganz besondere Weise letztendlich immer zu einem bildnerischen, kunstvollen Zusammenhang integriert.

Gyjho Frank denkt und arbeitet tatsächlich auch wissenschaftlich, er befasst sich mit kleinsten und allerkleinsten Teilchen, weiß aber auch Substantielles zu sagen über das Universum und dessen zig Millionen Sonnensysteme. Mit seinem künstlerischen Blick sucht und findet er hier Verbindungen, die in seiner Kunst Ausdruck finden.

Tatsächlich sind es oft wissenschaftliche Themen und Reflektionen, die den Ausgangspunkt, die das Motiv und den Titel der Arbeiten bilden; doch der Künstler respektiert das Recht der Kunst und ihrer Materialien. Ganz falsch wäre es, Gyjho Franks Werke etwa als Illustrationen theoretischer/wissenschaftlicher Reflektion zu betrachten – seine Bilder sind Kunstwerke ganz eigenen Rechts. Der Künstler (kann und) will nicht schlauer sein als sein Material, die Farben und das Licht.

Wie Kunst und Wissenschaft für ihn dennoch untrennbar verbunden sind, erklärt uns der Künstler selbst:

Searching Quarks, 2017, 110 x 160 cm
© GYJHO,, VG Bild-Kunst, 2022
Drawing Atoms, 2017, 40 x 40 cm
© GYJHO, VG Bild-Kunst, 2022

:NEW PLANET – FINE MATTER – THE PAST FUTURE – TIME ZERO

“Es gibt weder Materie noch Nichtmaterie, die nicht lebt. Und alles was lebt, kommuniziert. Kommunikation ist ein vielfältiges Weitergeben von Informationen. Kleinste Teilchen oder Galaxien – Organisches oder Nichtorganisches beinhaltend – erfreuen sich steten Austausches aller Möglichkeiten.”   GYJHO

Mit dem im Jahr 2014 im Wasmuth Verlag erschienenen Kompendium „New Planet“ wählt GYJHO einen Buchtitel, wie er nicht treffender sein könnte. In „New Planet“ sind seine gesamten künstlerischen Arbeiten zusammengefasst, beginnend im Jahr 1974, endend im Jahr 2014. Vierzig Jahre freischaffender Künstler. Alpha und Omega einer künstlerischen und menschlich sehr persönlichen Entwicklung. Omega bedeutet in diesem Falle den Abschluss eines Zyklus der Suche, einer Suche im Großen wie im Kleinen, und gleichzeitig den Aufbruch in eine neue Welt. Was vor vierzig Jahren mit der Faszination an kleinsten Teilchen und ihrem Verhalten in Vergangenheit und Zukunft, an Datenströmen im Makro- und Mikro-Kosmos, an Wissenstransfer aus der Vergangenheit und an der staunenden Begeisterung für jegliche Art der Kommunikation begonnen hatte, führt den Künstler jetzt wieder in eine neue, unbekannte Dimension. Die Entdeckung der Zukunft beginnt – gerade jetzt – und findet Ausdruck in seiner aktuellen Bildsprache: tief – mystisch – feinstofflich. Ein Aufbruch ins Unbekannte.
New Planet – Fine Matter.    Katharina Goldbeck-Hörz

Close by, 2017, 60 x 60 cm
© GYJHO, VG Bild-Kunst, 2022

Bereits in „The Past Future” geht es in meiner Malerei um eine individuelle Beziehung zum Thema Zeit. In „ Time Zero ” versuche ich die Visualisierung von Raum – Zeit. Licht ermöglicht uns kleinste Zeiteinheiten vorstellbar zu machen. Durch Laser – Messtechnik sind Wissenschaftler heute in der Lage, in unvorstellbar winzige Welten vorzudringen, wo wir in eine neue Zeit – Dimension von unsichtbaren Räumen schauen. Dies erweitert unsere Sichtweise über die Schöpfung und das Wunder des Lebens. Ohne Licht keine Zeit, kein Leben – und umgekehrt. Das Licht ist die Konstante im Universum und bleibt gleichsam das größte Geheimnis in Zeit und Raum. In der Bibel heißt es: Das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen. Meine Bilder sind Zeitschnipsel im Raum – Zeit Kontinuum und führen mich und den Betrachter in neue Welten des Erstaunens. Sie schaffen gleichzeitig durch diese Wahrnehmung den einmaligen Moment einer zeitlosen Gesamtschau, um für einen Augenblick Zeuge vom Wunder des Lebens zu sein.
TIME ZERO.  GYJHO  23.11.2020

Während wir im Alltag Kunst und Wissenschaft meist als zwei getrennte Bereiche (oder Sphären) erleben, war die Verbindung dieser beiden Welten immer schon Thema der Kunst. Natürlich denken wir da zuerst an Leonardo da Vinci, der als Künstler (Mona Lisa) und Architekt genauso aktiv war wie als Philosoph und Naturwissenschaftler.

Smart Star, 2016, 60 x 60 cm
© Gyjho Frank, VG Bild-Kunst, 2022

Im Zeitalter der Digitalisierung und der Massendatenverarbeitung haben sich auch die Wissenschaft; ihre Methoden und Themenschwerpunkte verändert.
Ähnlich wie da Vinci nimmt GYJHO das (Welt-)Ganze in den Blick. Aus der künstlerischen Perspektive des Künstlers aus unserem 21. Jahrhundert entwickelt er daraus eine neue, andere Kunst – Kunst, die Wissenschaft thematisiert und doch gleichzeitig das Medium der Malerei selbst immer im Fokus behält. So entstehen sinnlich starke Werke.

Wir danken GYJHO für die Erlaubnis, hier seinen erhellenden Text verwenden zu dürfen. Unsere Porträt-Fortsetzung nenne ich, des Künstlers Schlussformulierung aufgreifend:

Vom Wunder des Lebens.

Jürgen Linde im Februar 2022