Alfred Bradler

Dialog zwischen Kunst und Natur? – über Alfred Bradler

Websites: www.Alfred-Bradler.com
www.sapri.de
www.bleeding-trees.com

Landart-Projekte von Eka und Alfred Bradler:
im Steinbruch Altental: | 2014: “Wasser ist…” | 2016 Feuer
2018 in den Engediner Alpen: | Steinflut
2019 wieder im Steinbruch Altental: | “Luft, Licht, Farbe”

2019: SAPRI als Plasitk: | Kunstgenuss:

E-Mail: mail@alfred-bradler.com

Als gebürtiger Österreicher lebt Alfred Bradler schon lange in Ulm, wo ich ihn im Ulmer Museum kennenlernen konnte. Verblüffend ist zunächst schon die Vielfalt des künstlerischen Schaffens dieses Mannes, der, auch wenn er manchmal ins Dozieren gerät, immer bescheiden und freundlich auftritt.

Alfred Bradler  im kunstportal-bw
Alfred Bradler: © Foto: privat

Alfred Bradler: © Foto: privatn Zeichnung, Malerei und Skulptur ist er genauso zuhause wie in den oftmals durchaus spektakulären Installationsprojekten, welche zumeist in Kooperation entstehen: Alfred Bradlers Frau Eka ist ebenfalls Künstlerin und eben bei diesen Projekten oft diejenige, von der die entscheidenden Impulse ausgehen.

Die Darstellung des gesamten Schaffens dieses tollen Teams würde den Rahmen unseres Künstlerporträts bei weitem sprengen und deshalb verweisen wir gleich auf die hervorragend gemachten verschiedenen Websites Alfred Bradlers und wir fokussieren uns hier zunächst auf Alfred Bradler.

Alfred Bradler  im kunstportal-bw
Alfred Bradler: “rennSAPRI” in Berlin
© Foto: privat

Seine wohl bekannteste Arbeit ist die Serie der SAPRI, die der Künstler selbst auf seiner Website so beschreibt: “Manchmal sind sie sehr groß.
Die größte SAPRI-Skulptur mit 9 m Höhe steht in München – Freising.
Manchmal sind sie sehr klein.
Die kleinste SAPRI, mit 3 mm Größe, ziert ein Ohrläppchen.
SAPRI machen stark, geben Mut, entspannen.
SAPRI verbreiten sich stetig. In Sydney gibt es SAPRI, in Moskau, in Graz, in Zürich, in Hamburg, in Bremen, in Frankfurt, in München, … und natürlich ganz besonders zahlreich in ihrer Heimatstadt Ulm.“

Wichtiger noch für Bradlers Arbeit sind die “bleeding trees”, mit denen der Künstler anlässlich der dOCUMENTA 2012 – und dann auch andernorts – für einiges Aufsehen gesorgt hatte: das Verhältnis von uns Menschen zur Natur ist eines der zentralen Themen Bradlers. Assoziationen wie Verletzung, Zerstörung und Ausbeutung sind angesichts dieses Themenkomplexes unvermeidlich.

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Alfred Bradler: www.bleeding-trees.com

Alfred Bradler: www.bleeding-trees.com

Zum Glück aber ist der Profi-Künstler Alfred Bradler weit entfernt von jedem platten Niveau der Zivilisationskritik oder gar der politisch korrekten Haltung des moralinsauren Zeigefingers. Stattdessen erleben wir hier Kunst mit höchstem ästhetischen und konzeptionellen Anspruch, wir erleben die Bäume, stellvertretend natürlich für die gesamte äußere Natur, als verletzte Wesen – und deren Leben, deren Schönheit.

600 Buchen haben Alfred und Eka Bradler anlässlich der dOCUMENTA (13) 2012 auf der Wilhelmshöhe mit roten “Manschetten“ markiert: bleeding trees.

Alfred Bradler braucht keine platten Politbotschaften. Die Schönheit der Natur, die er hier sichtbar macht, ist Aussage und Anklage genug.

Und wir bleiben bei der Natur. Besonders begeistert hat mich Bradlers große Werkgruppe der Landscapes, der Landschaftsbilder. Was so erstmal sehr traditionell klingt, ist bei Alfred Bradler natürlich auch wieder ganz anders, als der Begriff alleine vermuten ließe. Alfred Bradler liebt die Natur, ist viel draußen unterwegs in Wäldern und im Gebirge, im “richtigen” Gebirge, also so ab 2500 Meter.

Alfred Bradler  im kunstportal-bw
Alfred Bradler: aus der Serie “Verbindungen”
© Foto: Alfred Bradler
Ein rotes Band macht Natur zur Kunst und damit als Natur bewußt

Doch draußen zeichnet und malt er nicht und macht auch keine Fotos.
Erst später, im Atelier, werden die Eindrücke und Erinnerungen umgesetzt zu Bildern auf Leinwand.
Aus dieser zeitlichen und geistigen Distanz heraus entsteht Abstraktion; die Bilder sind nicht mehr wirklich gegenständlich, haben aber doch den Bezug zur realen Natursituation keineswegs verloren.

Solche Landschaftsbilder habe ich noch nirgendwo sonst gesehen. Und: nachdem ich selbst seit zwei Jahren auf dem Land lebe, habe ich ganz persönlich einen anderen Bezug zur Landschaft und die Landschaft zu mir. Wir zeigen deshalb nachfolgend noch einige Landschaftsbilder von Alfred Bradler, die ich ergänze mit einigen meiner Gedichte – aus der Serie “Umzug aufs Land”

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