11. Oktober 2020 bis 12. Januar 2021

In einer Gruppenausstellung zeitgenössischer Kunst mit vielfältigem Begleitprogramm soll das ambivalente Verhältnis von Menschen, Insekten und Spinnen fokussiert werden. Laut UN-Bericht vom Mai 2019 sind rund eine Million Arten weltweit vom Aussterben bedroht. Eine wichtige Rolle im Ökosystem haben Insekten und Spinnen, die seit etwa 500 Millionen Jahren die Erde besiedeln und sich auf vielfältigste Weise an sämtliche Lebensräume angepasst haben. Der Mensch gestaltet die Umwelt im Wesentlichen nach seinen Bedürfnissen. In zahlreichen Fällen hat er den Lebensraum vieler Arten bereits vernichtet und ist dadurch für deren Aussterben verantwortlich. Nicht nur direkte Nützlinge wie die Honigbiene haben jedoch für die menschliche Existenz eine hohe Bedeutung. Für die Ausstellung präsentieren sich Künstler*innen als präzise Beobachter*innen, zeigen Ideen, Formen und Ordnungsprinzipien, lassen sich von Erscheinungsformen, Prozessen, Phänomenen inspirieren und versuchen fasziniert deren ästhetische Strukturen zu ergründen. Andererseits ist das Verhältnis gegenüber diesen Arten oft von Distanz, Ekel und Angst geprägt, bis hin zur Phobie. Künstler*innen dokumentieren, kommentieren, variieren, transformieren, konterkarieren und inszenieren dies mit unterschiedlichsten Ansätzen. Damit ermöglichen sie dem Betrachter einen visuellen Zugang und kritische Reflexion. »Facetten« möchte zum sensiblen Umgang mit bedrohten Arten anregen – sowohl mit Insekten, als auch mit der Spezies der Künstler. Beteiligte Künstler*innen: Rosemarie Trockel, Thomas und Renée Rapedius, Heinz Peter Fothen, Norbert Kricke, Manuela Tirler, Levon Biss, Lili Fischer und andere. Kunst erleben! Öffentliche Führung für kunstinteressierte Erwachsene und Jugendliche: So. 08.11.2020, 16 Uhr