Kein Tag ohne Linie. Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter

Museum Ritter Waldenbuch | 07. November 2021 – 24. April 2022

Ein erster Entwurf, eine kleine Skizze, ein notierter Gedanke: Als Ursprung einer jeden künstlerischen Idee gilt die Linie, festgehalten als Zeichnung auf einem Blatt Papier. Betrachtet man jedoch die Linie an sich, dieses so schlichte eindimensionale grafische Element, tut sich jenseits der klassischen Zeichnung eine unerwartete Vielfalt an künstlerischen Möglichkeiten auf, die die neue Präsentation aus den Beständen der Sammlung Marli Hoppe-Ritter anschaulich machen will.

François Morellet:, Confrontation n°2,, 2015
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Franz Wamhof

Entlang des Parcours durch die mehr als 130 Werke umfassende Ausstellung lassen sich verschiedene Aspekte des Linearen nachvollziehen: Konstruktionslinien und Linienraster, Maßlinien und Flächenteilungen, Schrift-Bilder und Raum-Zeichnungen, Aktions-Linien sowie Vibration und Op-Art. Dabei verdeutlicht die Auswahl an Zeichnungen, Gemälden, Reliefs und Skulpturen, dass sich die Linie immer wieder von den üblichen Erwartungen an das Zeichnerische loslöst oder gar das konventionelle Bildformat verlässt. Mit dem Faden, dem Schnitt oder dem gewundenen Metallstab wird die Linie gleichermaßen in ein greifbares, plastisches Objekt verwandelt und dringt damit regelmäßig in den realen Raum des Betrachters ein. Die Ausstellung nimmt schließlich insbesondere auch solche Künstlerinnen und Künstler in den Blick, die die Linie zu ihrem zentralen Medium der Reflexion und des Experiments auserkoren haben.