Jan-Hendrik Pelz: AN INNER PLACE

Jan-Hendrik Pelz | 07. – 22. April 2022: Museum im Marstall / “Gopea Kunstraum / Burg Bentheim, Burgstrasse, 48455 Bad Bentheim

Finissage: 22. April 2020
Museum im Marstall / “Gopea Kunstraum / Burg Bentheim, Burgstrasse, 48455 Bad Bentheim
Öffnungszeiten März – Oktober:
10:00 – 18:00 Uhr Spätester Eintritt: 17:15 Uhr


30. April und 01. Mai 2022: Wagenhallen Stuttgart

Innerer Nordbahnhof 170191 Stuttgart

Für An Inner Place porträtierte der Stuttgarter Künstler Jan-Hendrik Pelz Menschen, die durch Krieg oder Terror zur Flucht gezwungen wurden.

In Kooperation mit Geflüchteten aus der Landeserstaufnahmestelle fur Flüchtlinge (LEA) in Ellwangen, sowie Personen aus Stuttgart und Kassel kam es zu einer Zusammenarbeit zwischen dem Künstler sowie über zwanzig nach Deutschland geflüchteten Personen.

© Jan Hendrik Pelz

Die einzelnen Ölgemälde sind zu Bild-Objekten zusammengefügt, eröffnen dadurch den Schritt von der Fläche in den Raum und kommen so, mit den Mitteln der Malerei, zu einer umfassenderen Ansicht der dargestellten Personen.

„An Inner Place“ zeigt die hier angekommenen Menschen, die nun ein Teil unserer Gesellschaft und Kultur geworden sind. Der Betrachter wird den abgebildeten Menschen gegenübergestellt und dazu eingeladen, sich mit diesen auseinander-zusetzen. Die dargestellten Personen wirken entspannt, in sich gekehrt und halten die Augen geschlossen, wodurch eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre entsteht. Neben der Bedeutung ihres Tuns bleibt dabei auch offen, was die beieinandersitzenden Menschen zusammenführte und was sie verbindet.

Pelz selbst stammt aus einer Familie, in der ein Elternteil als Einwanderin aus Osteuropa nach Deutschland kam.

Konzept
Die einzelnen Figuren der Arbeit „Square“ wurden in realistischer Ölmalerei und Lebensgröße wiedergegeben undwurden aus jeweils sechs bemalten Leinwänden gefertigt. Die involvierten Personen wurden nicht nur durch die Möglichkeiten der Ölmalerei dargestellt, sondern in einem zweiten Schritt auch dreidimensional als Sitzende nachgebildet. Durch die Anordnung der Gemälde entstanden Abbilder sitzender Personen, wobei sich die scheinbare Plastizität der Figuren bei genauer Betrachtung auflöst. Hierbei verschwimmt die Grenze zwischen Malerei und Skulptur und hinterlässt eigenständige Objekte, die sich nur auf den ersten Blick als realistische Darstellungen präsentieren. Im Spiel mit der Illusion hinterfragt die Arbeit durch die eigenwillige Darstellung der Körperlichkeit und das Brechen von Proportionen und Perspektiven die Grenzen des Mediums Malerei.
„Square“ zeigt die hier angekommenen Menschen, die nun ein Teil unserer Gesellschaft und Kultur geworden sind.
Der Betrachter wird den abgebildeten Menschen gegenübergestellt und dazu eingeladen, sich mit diesen auseinanderzusetzen. Die dargestellten Personen wirken entspannt, in sich gekehrt und halten die Augen geschlossen, wodurch eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre entsteht. Neben der Bedeutung ihres Tuns bleibt dabei auch offen, was die beieinander sitzenden Menschen zusammenführte und was sie verbindet.

Die Gemalten werden weder zur Schau gestellt noch findet eine Wertung über die (nüchterne) Art und Weise der Malerei statt; Vielmehr wird sich der Betrachter beim Betreten des Raumes, in dem sich „Square“ befindet, zu allererst als Hinzugekommener verstehen, der Teil einer stillen, konzentrierten Zusammenkunft wird. Es soll zu Verständnis und einer Übereinstimmung kommen, die ein Teilwerden zulässt. Durch das Erkennen von Verbindungen sowie Gemeinsamkeiten lässt der erste Eindruck des Fremdseins nach, während Ähnlichkeiten in den Vordergrund rücken.
„Square“ – übersetzt als „Platz“, das „mit vier Seiten Umrissene“ oder auch „Karree“ – ein abgegrenzter Ort, der die Geflüchteten aufnimmt und der ihnen zur Verfügung gestellt wird, trägt auch eine Geschlossenheit und Abgegrenztheit in sich, die von unserer Gesellschaft vorgegeben wird. Doch die Auflösung dieser Grenzen entsteht durch die Anteilnahme und das Interesse der Personen, die sich außerhalb des „Square“ befinden – hier wird darüber entschieden, wie wir mit neuen Mitgliedern unserer Gesellschaft umgehen. Den Besuchern bleibt es überlassen, ob sie sich außerhalb des neudefinierten, quadratischen Raums aufhalten oder in dessen Mitte treten.