Kunstausflüge mit Sigrid Balke | Das Museum für Brot und Kunst Ulm


[ Aktuelle Ausstellung: | 30.04. – 20.09.2026 | Wie Bienen uns inspirieren ]


Wir sind kein Modelmuseum, sagte schon der Gründer Dr. Hermann Eiselen, und meinte damit die vielen künstlerisch gestalteten Gebäckformen, die er als Dauerleihgabe bekam. Es gibt sie noch, aber die Museumsleitung vom Museum Brot und Kunst um Dr. Isabel Greschat setzt den Grundsatz Eiselens konsequent um. Das begann schon vor ihrer Zeit, als das Museum umbenannt wurde: vom Deutschen Brotmuseum zum Museum für Brotkultur. Trotzdem ist es nach wie vor keine Ausstellung der vielfältigen Brotsorten für die deutsche Bäckereien international bekannt sind. Inzwischen trägt das Museum im früheren Salzstadel in Ulm den Namen Museum für Brot und Kunst, und wird beidem gerecht. Für viele Besucher schwer vorstellbar, aber Brot vom Anfang her gedacht, war und ist immer schon ein Motiv in der Kunst. Säen und Ernten, Verarbeitung und Vertrieb, Herstellung und Verzehr – Brot ist nicht nur bei Stillleben ein Thema.

Dennoch empfängt das Museum den Besucher genau damit. Brot und Wein, ein Klassiker des Genre Stillleben und von Sebastian Stoskopff im 16. Jahrhundert appetitlich in Szene gesetzt. Daneben ein Tisch mit den Zutaten: Wasser, Sauerteig, Mehl. Ein Gesamtkunstwerk, das Assoziationen hervorruft und das Gemälde und das Lebensmittel Brot bedeutungsschwer auflädt. Hier ist das Brot Sinnbild von Transformation, in anderen Werken steht es für Hunger und Überfluss, Gerechtigkeit und Gier. Für den Museumsgründer Hermann Eiselen, ein Unternehmer der zusammen mit seinem Vater Willy Eiselen das Familienunternehmen für Malzextraktion, später für Backmittel führte, waren die Bilder eine kulturelle Botschaft. Der „Untertitel“ des Museums, Forum Welternährung sollte daher nicht unerwähnt bleiben. Beides zu verbinden gibt dem Museum bundesweit ein Alleinstellungsmerkmal und geht über die Museumsarbeit hinaus.

Mittlerweile eine Stiftung, unterstützt sie Forschung im Bereich Agrar, Ernährung und Food Science an der Universität Hohenheim. Der Schwerpunkt der Sammlung ist jedoch die Kunst als narratives Medium für die Botschaft des Museumsgründers und die Bedeutung von Ernährung nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft. Mit einer sehenswerten Dauerausstellung mit Werken vom 15.Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Videos unter anderem von Markus Lüpertz, Salvador Dali, Pieter Brueghel, Pablo Picasso, Erich Heckel, Max Pechstein und zeitgenössischer Künstler wie Christian Jankowski, Claire Pentecost Thomas Rentmeister oder Sonja Allhäuser.

Bild links: aus der aktuellen Ausstellung: Honig für Kunst und Gesellschaft – Wie Bienen uns inspirieren
30.04. – 20.09.2026

Ergänzend dazu außergewöhnliche Wechselausstellungen wie aktuell Honig für Kunst und Gesellschaft – Wie Bienen uns inspirieren die noch bis zum 20. September zu sehen ist und den Besuch vor allem in Verbindung mit der Dauerausstellung absolut lohnt. In den Ausstellungen, die Kunst und Information kuratorisch gut verbindet, geht es um die Themen Mensch und Natur, um ethische Fragen von Nahrung und Verteilung. Überrascht wird der Besucher von der modernen Museumsarchitektur im historischen Renaissance-Stadel, von interaktiven Stationen und gut aufbereiteten Themen rund um Ernährung, Klimawandel, Ressourcenknappheit bis zur Erforschung ertragreicher und resistenter Saaten. Und von der Kunst, die in der Qualität nur wenige in diesem Museum erwarten …

www.museumbrotundkunst.de

Museum Brot und Kunst
Forum Welternährung | Salzstadelgasse 10 | 89073 Ulm
0731 14009 0 oder 0731 6027 999
E-Mail: info@museumbrotundkunst.de
Öffnungszeiten: | Sa, So, Feiertag: 10 bis 17 Uhr
Montag 10 – 15 Uhr | Mi, 10 – 19 Uhr

Nahverkehr: | Straßenbahnlinie 1 und 2, bis Haltestelle Theater
Parken: | Parkhaus Salzstadel, Salzstadelgasse

© Text: Sigrid Balke; Fotos: Harald Hambacher