Tanja Pohl u.a. | 20.08.2026 – 11.01.2027 | Museum Feininger Quedlinburg|

Was sind Frauen? Schön, bunt, mysteriös, fesselnd, schnittig? Sind sie Körper und Blick, Erinnerung und Haltung, Rolle und Gegenentwurf? Oder liegt ihre Kraft gerade darin, dass sie sich jeder endgültigen Beschreibung entziehen?

Die Ausstellung „Frauen sind …!“ stellt diese Frage mit großer Leichtigkeit und zugleich mit Nachdruck. Sie zeigt ausschließlich Werke von Künstlerinnen, die Frauen darstellen: Frauenfiguren, Frauenkörper, Frauenbilder, innere Zustände und äußere Rollen. So entsteht ein lebendiger Dialog darüber, wie Frauen gesehen werden — und wie Künstlerinnen Frauen sehen, deuten, erfinden und behaupten.

Im Mittelpunkt stehen Grita Götze, Kat Menschik, Kerstin Grimm, Tanja Pohl und Luise Neupert. Alle fünf Künstlerinnen verbindet ihre Herkunft aus der ehemaligen DDR beziehungsweise ihre ostdeutsche Prägung. Diese gemeinsame Erfahrung bildet einen stillen, wichtigen Resonanzraum der Ausstellung. Sie ist nicht die einzige Lesart, aber sie öffnet den Blick für Lebenswege, Bildsprachen und Haltungen, die lange zu wenig beachtet wurden.

Grita Götze steht für das Schöne — nicht als bloße Oberfläche, sondern als künstlerische Kraft. In ihren Keramiken entfalten sich Farbe, Ornament und Figur zu einer sinnlichen Bildwelt, in der Schönheit selbstbewusst, üppig und eigenständig erscheint.

Kat Menschik bringt das Bunte ins Spiel: ihre Bildsprache ist erzählerisch, pointiert und unverwechselbar. Zwischen Illustration, Literatur, Comic und Popkultur entstehen Frauenfiguren mit Eigensinn, Humor und einer feinen, manchmal dunklen Poesie.

Kerstin Grimm führt in das Mysteriöse. Ihre Werke öffnen Räume zwischen Traum, Märchen und innerer Wirklichkeit. Die jungen Frauen und Mädchen, die darin erscheinen, wirken rätselhaft und nah zugleich — als würden sie mehr wissen, als sie preisgeben.

Tanja Pohl zeigt das Fesselnde. Ihre Arbeiten ziehen den Blick zunächst durch ihre intensive, oft bunte Farbigkeit an — doch gerade darin liegt ihre Spannung: Das Leuchtende steht häufig im Kontrast zu dem, was dargestellt wird. Hinter der farbigen Oberfläche öffnen sich düstere Szenen, Brüche und Abgründe. Pohl befragt Körperbilder, Rollen und Vorstellungen von Weiblichkeit und verbindet visuelle Verführung mit einer Kunst, die nicht beschönigt, sondern unter die Oberfläche führt.

Bild rechts: Tanja Pohl: WUNDE V, 2026; Mischtechnik / LW, 210 x 155 cm

Luise Neupert-Keil steht für das Schnittige — im ganz wörtlichen Sinn. Gezeigt werden ihre Scherenschnitte, in denen weibliche Figuren mit klarer Kontur, sicherer Geste und großer Bühnenpräsenz erscheinen. Mal charmant, mal provokant, mal sinnlich, mal aufreizend zeigen sie Frauen als verführerische Wesen, die den Blick anziehen und zugleich selbstbewusst mit ihm spielen. In der präzisen Linie, im Wechsel von Schwarz und Weiß, von Silhouette und Andeutung, entfaltet sich eine überraschend lebendige Vorstellung von Weiblichkeit: elegant, reizvoll und voller Spannung.

Gemeinsam entfalten diese fünf Positionen ein vielstimmiges Panorama weiblicher Darstellung. „Frauen sind …!“ sucht keine abschließende Definition. Die Ausstellung sammelt Möglichkeiten, öffnet Perspektiven und macht sichtbar, wie unterschiedlich Frauenbilder sein können, wenn Frauen selbst sie schaffen.

Begleitend zur Ausstellung ist ein vielseitiges Rahmenprogramm geplant: Führungen, Workshops, Kunstkurse, Lesungen sowie eine Tagung vertiefen die Themen der Ausstellung und laden zum Austausch ein. Auch digital wird das Projekt begleitet — unter anderem mit Beiträgen rund um den Hashtag #feiningermeets5frauen

Zur Ausstellung erscheint außerdem ein Katalog, der die Künstlerinnen, ihre Werke und die zentralen Fragen der Ausstellung näher vorstellt.

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