Ute Krautkremer u.a. | 14.11.2026 – 09.01.2027 | artKLUB Bonn
Unter dem Ausstellungstitel CONFLUENS – lateinisch für „Zusammenfluss“ und gleichzeitig der historische Name der Stadt Koblenz – präsentiert der artKLUB Bonn mit Sibylle Brennberger, Ute Krautkremer, Markus Pfaff und Vera Zahnhausen vier Kunstpositionen des Kunstvereins Mittelrhein KM 570, der in Koblenz-Ehrenbreitstein beheimatet ist. So unterschiedlich und eigenständig die Arbeiten der vier Kunstschaffenden auf dem ersten Blick daherkommen, erkennt man bei genauerer Betrachtung viele Punkte, in denen Bildthemen und künstlerische Strategien scheinbar zusammenfließen.

Sibylle Brennberger | Malerei
Sibylle Brennbergers Malerei entsteht in Auseinandersetzung mit Fotografien unterschiedlicher Herkunft. Oft entlehnt sie ihre Sujets privaten Amateuraufnahmen der 60er und 70er Jahre, deren meist anonymen Akteure stellvertretend existentielle Themen, etwa Identität, Verlust, Verletzlichkeit oder auch Selbstermächtigung verhandeln. Durch Isolation, Überlagerung oder Wiederholung von Zeichenhaftem entwickelt Brennberger ihre Bildlyrik, die die Betrachtenden ins Zentrum stellt.
Ute Krautkremer | Plastik
Ute Krautkremer entwickelt Objekte durch eine spezielle Abgusstechnik mit Papier. Damit werden die Oberflächen und Strukturen vorgefundener Gegenstände und Naturrelikte in Papierformen manifestiert und transformiert: verändert, reduziert und arrangiert.
Ihre Arbeiten reflektieren das Aufeinandertreffen von Spuren des Wachsens und des Verfalls, die Flüchtigkeit und den Verlust von Funktion und Bedeutung. Obwohl sie reale Vorlagen benutzt, sind ihre Arbeiten nie als konkrete Abbilder zu begreifen. Krautkremer verändert die uns vertraute Wirklichkeit; das im Vergehen Begriffene, das Vergessene, bedeutungslos Erscheinende wird in eine neue „Daseinsform“ überführt und entwickelt sich zur abstrakten, unabhängigen Form, die für sich steht und im Jetzt verortet ist.
Markus Pfaff | Grafik
Markus Pfaff erforscht mit seinem grafischen Repertoire Natur-, Kultur- und Stadtlandschaften im Hinblick auf Konstrukte, ob zufällig arrangiert oder bewusst gebaut. In der Reduktion und Verdichtung auf Linien und Flächen entwickelt er en plein air und im Atelier eine Art Camouflage, in der sich die Grenzen zwischen Vegetation, Architektur und Landschaftskörper zunehmend auflösen.
Seine Motive findet er an Orten und Nicht-Orten entlang von Rhein, Mosel und Lahn oder auf Reisen – ob auf den Spuren von William Turner und der Rheinromantik oder in künstlerischer Errettung architektonischer Monumente des spätmodernen Städtebaus in Gestalt von Brücken, Unterführungen, Funktionsgebäuden und Stadtmobiliar.
