Danielle Zimmermann: Wishful thinking – Neues aus der Boutique von Buntbehrens

Corinna Steimel, Direktorin der Städtischen Galerie Böblingen

Aktuell ist Danielle Zimmermanns Kunst zu erleben in der Städtischen Galerie Fähre in Bad Saulgau.

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Wieder einmal können wir ein Künstlerinnenporträt

Jürgen Linde: | Art All Inclusive – über Danielle Zimmermann

als Dreifachporträt präsentieren; dank zweier Gastbeiträge, für die wir der Autorin Corinna Steimel (Städtische Galerie Böblingen) und dem Autor Dirk Lenz (Philosoph und Literaturwissenschaftler, Stuttgart) sehr herzlich danken:


Corinna Steimel, Direktorin der Städtischen Galerie Böblingen
Text zum Ausstellungskatalog anlässlich der Ausstellung
Danielle Zimmermann: Wishful thinking – Neues aus der Boutique von Buntbehrens
in der Galerie von Braunbehrens, Stuttgart [ 02. – 30.07.2022 ]

Dirk Lenz: Eröffnungsrede „ReUse me“, Städtische Galerie „Fähre“ Bad Saulgau, 21. Juni 2026
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Life imitates Art more than Art imitates Life.

(Oscar Wilde, Zitat aus: The Decay of Lying, 1891)

Das Kunstschaffen von Danielle Zimmermann zeichnet sich durch einen charakteristischen, unverwechselbaren Stil aus, der sich als hoher Wiedererkennungswert in ihrem vielgestaltigen wie Gattungsgrenzen übergreifenden Gesamtwerk niederschlägt. Ihre eigens entwickelte Ausdrucksweise verfolgt die 1974 in Hechingen geborene Künstlerin einerseits konsequent. Andererseits hat sie, angetrieben durch ihren Hang zum experimentellen Arbeiten und Ausprobieren verschiedenster Ansätze, die Bandbreite ihrer abstrahiert-figurativen Bildsujets, ihr Material-, Farben- und Formenvokabular sowie die angewandten Techniken fortwährend ausgelotet und ausgebaut.

Die seit ihrer Studienzeit an der Stuttgarter Kunstakademie in der baden-württembergischen Metropole lebende Künstlerin ist, wie wir an ihrem facettenreichen Werk erkennen können, ausgestattet mit einem unersättlichen Ideenreichtum, einer unerschöpflichen Kreativität und einer unaufhörlichen Experimentierfreude. Indem sie sich den im Netzzeitalter unaufhörlich “aufpoppenden” Bildern unserer allgegenwärtigen Medienwelten annimmt, gelingt es ihr neue, immer wieder überraschende Bezugsfelder zu eröffnen und diese buchstäblich mit Farbe, sprich mit Emotionen, zu füllen.

Damit ist es ihr gelungen, sich in den zurückliegenden Jahren nicht zu wiederholen, sondern sich immer wieder neu zu erfinden, womit sie sich auf dem Parkett der südwestdeutschen Gegenwartskunst zu einer bei Publikum und Sammler:innen beliebten sowie von Kritiker:innen geschätzten, vielfach in Galerien und musealen Institutionen vertretenen und regelmäßig präsentierten jungen, künstlerischen Position etabliert hat.

Eine herausstechende Eigenschaft ihrer Kunstsprache entsteht durch das Integrieren von Motiven und Materialien, deren gestaltende Be- und Verarbeitung sich nahezu nahtlos in die Traditionslinie der Pop Art einreiht.

Seit dem Aufkommen dieser Stilrichtung im anglikanischen und amerikanischen Kunstkontext der Nachkriegsära trat diese einen wortwörtlich genommenen “populären” Siegeszug an. Unter dem Eindruck der Wirtschaftswunderjahre “boomte” die Pop Art und avancierte im Verlaufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer global verständlichen Ausdrucksart, die seither nie wieder von der buchstäblichen Bildfläche verschwunden ist. Ohne hier nun alle wichtigen wegbereitenden wie wegbegleitenden Stars und Sternchen unter den Pop Art-Künstler:innen namentlich anzuführen, lässt sich diese Kunstströmung mehr denn je am hektisch schlagenden Puls der Jetztzeit verorten: mit einer offensiven und offensichtlichen Fokussierung auf visuelle Kommunikationsstrategien zwischen Sendenden und Empfangenden, die wiederum von Verführungsversuchen, Versprechungen und Verheißungen getragen werden, können sich innerhalb dieser Kunstrichtung die Grenzziehungen zwischen Wirklichkeit und Werbung, Kunst und Kommerz extrem verschieben.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass Danielle seit ihrem DAAD-Stipendium fast jährlich nach New York fliegt. Koffer und Kopf gefüllt voller Inspirationen, Impulsen und innovativen Trends aus dem Big Apple, der niemals schlafenden Megacity und Geburtsstadt der Pop Art, wirken diese Besuche anschaulich in ihrer Bildsprache nach.

Unterstrichen wird die kunsthistorische Verwandtschaft zur Pop Art zusätzlich durch Danielles Verwendung von Plastiktüten und Produktverpackungen, ihren teilweise an Comic-Heften orientierten Bildaufbau sowie durch ihr druckgrafisches Arbeiten in Serien.

Häufig flechtet sie Querverweise auf existierende eigene Werken ein. Als ein Beispiel eines solchen wiederholenden Zitierens kann man das wiederkehrende Schönheitsideal in Form von wallenden Haarmähnen anführen.

Im gegenwärtigen Zeitkontext verhaftet, bezieht sich Danielle immer wieder auf Ikonen der Kunstgeschichte.

Die Referenz an das von Édouard Manet ausgeführte Gemälde “Das Frühstück im Grünen“ (ursprünglicher Titel: Das Bad), ist auf dem Coverbild des Katalogs „wishful thinking“ unübersehbar. Zu seiner Entstehungszeit 1863 löste das heute weltberühmte Werk in der Pariser Kunstszene aufgrund der „Unverschämtheit“, eine Badende und eine sitzende, nackte Frau in Gesellschaft zweier bekleideter Männer zu zeigen, einen Skandal aus.

Weiteres Repertoire schöpft sie aus den zwar allgegenwärtigen, dennoch flüchtigen Bildergalerien unserer Alltagswelt, die oftmals durch ganze Merchandising-Maschinerien, welche hinter den Modelabels, Warenketten oder sonstigen Kosmetikutensilien von glitzernd-glamourösen Schönheitsfabriken stehen, am Laufen gehalten werden.

Danielles Bildbotschaften unterscheiden sich bei genauerer Betrachtung eklatant von den eher plakativen Bildaussagen der früheren, berühmten, ausnahmslos männlichen Anhängerschaft der Pop Art. Das Hauptaugenmerk der Stuttgarter Künstlerin ist verstärkt auf die Auffälligkeiten, die von den Schleiern der Alltäglichkeiten verborgen werden, gerichtet. Ein postfeministischer Unterton schwingt kontinuierlich, aber ganz ungezwungen, mit.

Bei der Auswahl ihrer Bildmotive lässt sich Danielle mit Vorliebe von den Erscheinungsformen einer neuartigen, regelrecht explodierenden “Verpackungskultur” leiten. In den kunterbunten Warenwelten mit ihren nach Aufmerksamkeit heischenden Produktvermarktungen, die mit grafisch ansprechenden Gestaltungen und mit den auf einprägsame Slogans verkürzten Reklamesprüchen zu “eye-catchern” mutieren, um miteinander um die Wette zu eifern, findet sie verschiedenste Inspirationen. Die vermeintlichen Gebrauchsgegenstände werden unter Danielles Händen einer kunstwürdigen Bestimmung zugeführt.

Vertraute und Vertrauen erweckende Werbebilder aus den uns vollumfänglich umgebenden, nie versiegenden Quellen der Reizüberflutungen in Supermärkten, Shoppingzentren, Internet, Fotografie, Film oder im Fernsehen verarbeitet Danielle in ihrer eigens angeeigneten Technik zu Werken, die mit dem Gegenüber kommunizieren. Beim Betrachten vergessen wir, dass es sich im Grunde um reproduzierte und seriell produzierte Visualisierungen aus einem kollektiven Bilderarchiv handelt, die erst in der künstlerischen Transformation eine eigene Individualität zurückgewinnen. Vor der Vergänglichkeit der Wegwerfgesellschaft gerettet, werden sie auf dem Malgrund zu auf Dauer manifestierten Bildfindungen.

Darüber hinaus öffnet sich Danielles grundsätzliches Interesse gegenüber den immer artifizieller werdenden, virtuellen Parallelwelten, was prägnant nachvollziehbar wird bei der 2022 entstandenen Arbeit “techno vibes”: Unzählige auf einer Plastikverpackung für asiatische Hygieneartikel gezeichnete, op art-ähnliche Streifenformationen fügen sich wie zu einem flimmernden und vibrierenden Bühnenraum zusammen. In der oberen Bildmitte hebt sich inmitten des optischen Wirrwarrs eine VR-Brille ab, die von einer androgyn aussehenden Person getragen wird. In welche imaginierten Welten diese eintaucht, bleibt uns leider verborgen.

Insgesamt zeichnet sich die künstlerische Herangehensweise von Danielle durch die Verwendung von miteinander in kontrastreichem Bezug stehenden, teils altbewährt traditionellen, teilweise unkonventionellen Bildmitteln und Materialien aus, die in ihren Werken zu einem Konglomerat aus Versatzstücken unserer Populärkultur, unserem medialen Gedächtnis sowie dem Glitzer und Glamour omnipräsenter Werbe- und Warenwelten verschmelzen.

Es ist zwar kaum empirisch messbar, wie stark die unaufhörlich auf allen Kanälen kursierenden Medienbilder aus der mehr denn je florierenden Werbeindustrie, die sich uns ungewollt aber allgegenwärtig visuell aufdrängen, sich auf uns und unsere Lebensführung auswirken. Ohne zu sehr auf die psychologisierende Schiene zu geraten, kann es als unbestritten gelten, dass die auf Hochglanz polierten “Heile-Welt-Bilder” unsere Wahrnehmung un(ter)bewusst beeinflussen und unmerklich Spuren hinterlassen. Die Wiedergabe eines ansprechenden Scheins statt eines authentischen Seins zielen instinktiv auf die in uns allen schlummernden “niederen” Gefühlsebenen, um nicht zu sagen, Begehrlichkeiten und Eitelkeiten, ab.

Im vorliegenden Ausstellungskatalog anlässlich ihrer zweiten Einzelpräsentation in der Stuttgarter Galerie von Braunbehrens hat Danielle ein Gesamtkonzept erstellt, in dem sie sich wie gewohnt treu bleibt und zugleich neue Facetten ihres Kunstschaffens präsentiert.

Wie in der Überschrift zur Ausstellung “wishful thinking” angedeutet wird, hat sie sich (wohl auch getriggert durch die akute Weltlage) einem sehr spannungsvollen Themenkomplex, namentlich dem tief im Menschlichen angelegten Trieb zum “Wunschdenken” gewidmet.

Bildtitel wie “Ekstase”, “good moods”, “Deluxe” oder “thank you – have a nice day” sind ursprünglich den Warenwelten entlehnt und erwecken in uns folgerichtig wohlige Gefühlswallungen, wohlwollende Gedankengänge und eine rundum warme Grundstimmung.

Jedoch dauert es nicht allzu lange, bis das Versprechen auf pure Lebensfreude, gute Laune, Luxus, Freundlichkeit, Glück, Wohlstand, Reichtum, das gleichsam in der Werbung wie in der Kunst auf mächtige Weise artikuliert wird, sich zugleich selbst auf den Prüfstand setzt. Dass unser Leben alles andere als ein “wish concert” ist, wissen wir ohnehin spätestens seit dem Ausspruch von Fußballtrainer Jürgen Klopp.

Obwohl Danielle das äußere Erscheinungsbild, die perfekte Fassade, den schönen Schein zum Hauptthema ihrer collagierten Mischtechniken, Objekte und Grafiken erhebt, reflektiert sie in ihrer Kunst zum einen das oberflächliche, im Digitalzeitalter manipulierte und manipulierbare Abbild, insbesondere das einer modernen Weiblichkeit. Zum anderen funktioniert ihre Kunst als schillerndes Gegengewicht, indem sie dem wortwörtlich “Gekünstelten” eine greifbare und begreifbare Version gegenüberstellt. Die Komponente der Selbstreflexion wird durch das Integrieren von Spiegelflächen verdeutlicht. Die Arbeit “true self“ kann als Angebot an das Publikum, das sich darin selbst in die Rolle einer Figur von Danielle begeben kann, gelesen werden. Es zeigt aber gleichzeitig die Notwendigkeit auf, sich selbst ehrlich zu erkennen, um vor einem pathetischen Narzissmus gefeit zu sein.

Beim genauen Blick auf die Bildträger blitzen immer wieder von der Künstlerin bewusst gesetzte Irritationen auf. Sinnbildlich kann man an den Nähten, die durch das Annähen der Plastikfolie auf die Leinwände entstehen, eine leise Kritik am Jugend- und Schönheitskult erkennen. Gesteigert wird dieser Effekt in der variierenden Oberflächengestaltung: Während des Entstehungsprozesses zerknüllt Danielle die mit Lackstiften bemalten Folien stellenweise, sodass daraufhin buchstäblich die Farbe abblättert. Dies stellt vordergründig lediglich ein kontrastierendes Gestaltungselement zu den angrenzenden, minutiös behandelten Bildpartien dar. Auf der Deutungsebene sind die “malträtierten” Farbschichten hingegen als Projektionsflächen für Verwundbarkeit und Vergänglichkeit interpretierbar.

Hinter den perfekten Fassaden und plakativen Kulissen der durch Augenkontaktaufnahme mit uns kommunizierenden Protagonist:innen in Danielles Kunstkosmos schlummert etwas, das uns auf der emotional empfänglichen Ebene anspricht: Wir fühlen uns oftmals durch die uns musternden Blicke herausgefordert, um nicht zu sagen, geradezu ertappt.

Denn stellen wir uns selbst oder unseren Mitmenschen nicht alle hin und wieder die Frage: Wo verläuft die Grenze zwischen unserem nach Außen erstrahlenden Schein und unserem eigentlichen Sein, zwischen „Aufgesetztheit“ und Aufrichtigkeit. Unsere insgeheimen Wunschvorstellungen sind vielfältig: streben wir nach Selbstzufriedenheit und Sorglosigkeit, Überschwang und Unsterblichkeit, nach einem Lebenslauf mit held:innenhaft gemeisterten Herausforderungen und einem Happy Ending wie in einem Disneyfilm?

Es ist wahrlich ein Jammer, dass Friede, Freude, Ponyhof und Honigschlecken, stets positives Denken und wunschloses Glücklichsein so schwierig umzusetzen sind. Gerade im Angesicht einer Gegenwart, in der Geschichte wiederholt wird, anstatt Gutes daraus gelernt zu haben, kommen Zweifel auf. Wie viele, oder eher, wie wenige Wünsche haben wir noch frei in einer Welt, in der schwelende Krisenherde und mit “schweren Waffen” geführte Kriegshandlungen im Wortlaut der politischen Elite Europas als “Zeitenwende” definiert werden?

Unablässig müssen wir uns eingestehen, dass nicht alles Erwünschte oder Ersehnte reell, realistisch oder realisierbar ist, nicht alles lässt sich auf unserer persönlichen “Bucket List” mit einem Häkchen markieren. Und dennoch kann es heilsam sein und sich lohnen, ab und zu die Pause-Taste zu drücken, in den Flugmodus zu schalten oder sich zur Regeneration in Tagträumen zu verlieren.

Danielle setzt dieser Ambivalenz in Allem ihre kunstvollen Kommentare entgegen. Ihr durchweg zwischen humorvoll und hintergründig changierendes Einfühlungsvermögen formuliert Fragestellungen an das Hier und Heute und findet durch das Brennglas der Kunst hochaktuelle Antworten auf unseren komplexen, zuweilen fragwürdigen Zeitgeist.

Ihre neuen Arbeiten erscheinen in der aktuellen Präsentation mehr denn je zur Blüte gereift. Neben der gewohnt bunten Bemalung ihrer Bildträger mit den aus den USA bezogenen Lackstiften und Leuchtfarben-Marker, reichert sie ihre Farbpalette seit Neustem mit Acryl-Stiften an und bezieht vermehrt Fundstücke in ihren Arbeitsvorgang mit ein. Zudem integriert sie florale Gestaltungselemente, die einen sogar für Danielles Kunstvokabular ungewöhnlichen Überschwang zelebrieren.

Zu ihren bekannten Werkgruppen der Gemälde in Mischtechnik (mixed media) gesellen sich in der Ausstellung druckgrafische Techniken wie Radierung, die durchweg parallel entstehen. Diese Drucktechnik, die Danielle in einer der zahlreichen Werkstätten an der Kunstakademie erlernte und perfektionierte, kommt ihr aufgrund der Eindringlichkeit und der Möglichkeit, in höheren Auflagen zu arbeiten, besonders entgegen. Dabei imitiert sie ihren Ausgangsstoff und das in die Radierplatte gezeichnete Motiv nicht lediglich, sondern reichert es mit subtilen Abweichungen an. Dieser aufwendige Arbeitsprozess verhindert, dass aus dem bedruckten Blatt eine bloß kopierte Vervielfältigung, sondern stattdessen ein variantenreiches Original wird.

Der produktiven Künstlerin reicht das Bildgeviert nicht mehr aus. Seit geraumer Zeit verlässt sie immer mal wieder ihr rechteckiges Bildformat und bemalt Rundformen mit Acrylfarbe, nicht nur mit Pinseln oder Schwämmen, sondern ebenfalls mit Stiften. Der Kreis oder in ihrer dreidimensionalen Ausformung die Kugel, steht für die perfekte harmonische Form ohne Anfang und Ende. Die mit dem kunsthistorischen Fachbegriff “Rondo” bezeichnete Bildform war vor allem in der Renaissance ein weit verbreitetes Format. Es ist auffällig, dass es gerade bei der zeitgenössischen Künstlergeneration eine Art von “Revival” erfährt.

Temporär bespielt Danielle mit ihrer Soloschau, bei der überwiegend Werke aus den vergangenen zwei Jahren zu sehen sind, nicht nur die funktionalen Ausstellungswände der Galerie von Braunbehrens, sondern bezieht die räumliche Umgebung in die Präsentation mit ein. Ihren Werkgruppen fügt sie damit eine dreidimensional erweiterte Ebene in Gestalt einer raumgreifenden, installativ-inszenierten Kulisse hinzu. Dadurch spielt sie vortrefflich auf die Gefahr der Vereinnahmung unserer Wirklichkeit durch sinnentleerte, schablonenhaft konstruierte Attrappen an.

Passend zu den brandaktuell von ihr selbst entworfenen und geschneiderten Kleidungsstücken aus seidig fließendem Stoff verwandelt sie die Ausstellungsfläche kurzerhand in einen mit Schaufensterpuppen, floral-ornamentalem Plastikpflanzendekor und flauschigen Wohlfühlteppichen verzierten Showroom und benennt ihn kurzerhand “Boutique von Buntbehrens”.

Hiermit setzt sie nicht nur einen witzigen, fast frechen Farbtupfer, sondern betont ihr Kunstverständnis, das sie im Sinne eines Gesamtkunstwerks begriffen haben möchte, in dem auch die Kunstfigur Danielle als singende Performerin ihre eindrücklichen Auftritte erhält.

Zwischen Models und Mannequins wandeln, Champagner schlürfen, Sehen und Gesehen werden. Ob Wunschdenkende, Kunstinteressierte oder Konsumierende, alle sind herzlich willkommen!

Bleibt abschließend gemäß der Werbesprache kurz und knapp das Prädikat “besonders wertvoll” in die offizielle Weltsprache zu übersetzen:

Very well-done, dear Danielle!!!