ZKM Karlsruhe | 24.09.2026; 10 – 12:30 Uhr | Tagung der Deutschen UNESCO-Kommission anlässlich ihres 75. Jubiläums
Künstliche Intelligenz, Quanten-, Neuro- und Biotechnologien sind oft längst im Einsatz, bevor geklärt ist, nach welchen Regeln das geschehen soll. Wer entscheidet darüber, welche technologischen Entwicklungen wünschenswert sind und wo Grenzen liegen? Zu ihrem 75. Jubiläum diskutiert die Deutsche UNESCO-Kommission diese Frage im ZKM – mit Fachleuten aus Technikfolgenabschätzung, Rechtsphilosophie und internationaler Zusammenarbeit.
Die Tagung findet in Kooperation mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) und dem ZKM in der UNESCO City of Media Arts Karlsruhe statt.

Bild oben: © Justine Emard, ZKM | Karlsruhe, Foto: Joe Miletzki
Ob neue Technologien die Rechte und die Würde von Menschen stärken und zum Schutz der Umwelt beitragen oder ambivalente bis hin zu schädlichen Folgen haben, hängt sowohl von ihrer Gestaltung als auch davon ab, wie und in welchem Kontext sie eingesetzt werden.
Technologische Entwicklungen zu verstehen, ethisch zu gestalten und politisch zu steuern, wird jedoch zunehmend schwieriger. Der technische Fortschritt beschleunigt sich, Unternehmen agieren global und gewinnen an Einfluss, Daten und Wertschöpfungsketten überschreiten nationale Grenzen. Zugleich geraten staatliche Steuerungsmöglichkeiten unter Druck – etwa durch Forderungen nach weniger Regulierung und mehr Risikobereitschaft.
Deutschland verfügt über eine leistungsfähige Forschungslandschaft und über zahlreiche Institutionen der wissenschaftlichen Politikberatung und Technikfolgenabschätzung – etwa das ITAS am KIT und das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. Doch auch diese Strukturen stehen vor Herausforderungen: Wie können ihre Erkenntnisse gesellschaftlich wirksam werden, und wie finden sie den Weg in die Praxis?
Viele Fragen des technologischen Wandels lassen sich zudem nicht mehr allein auf nationaler Ebene beantworten. Der sichere und ethische Umgang mit Daten oder die Marktmacht weniger großer Technologiekonzerne erfordern internationale Verständigung. Die UNESCO hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sich gemeinsame ethische Prinzipien auf internationaler Ebene formulieren lassen – 2021 mit ihrer Empfehlung zur Ethik der Künstlichen Intelligenz, 2025 mit der Empfehlung zur Ethik der Neurotechnologie.
Welche Zukunftsszenarien zeichnen sich derzeit bei neuen Technologien ab, was bedeuten sie für unser Leben? Welche Möglichkeiten ihrer gesellschaftlichen und politischen Gestaltung gibt es? Der Vormittag verbindet dazu unterschiedliche Perspektiven: von Technikfolgenabschätzung und Quantentechnologien über die Rolle der Kunst in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung bis zur Frage, wie ethische Orientierung in politische und regulatorische Praxis übersetzt werden kann.